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Stadtrat Felix Schwenke Politisches Nachwuchstalent

Am 7. September tritt Offenbachs neuer Stadtrat Felix Schwenke (SPD) sein Amt an

01.09.2012 22:27
Jörg Muthorst
Neuer Mann für Schule, Ordnung, Soziales: Felix Schwenke. Foto: Oeser

Natürlich, die Frage musste ja kommen. Felix Schwenke (33) findet es „eigentlich sekundär“, wie alt er ist. Auch wenn ihm noch etwas Lebens- und Berufserfahrung fehle: Zu jung für sein neues Amt fühle er sich jedenfalls nicht. Das perfekte Alter dafür gebe es ohnehin nicht. Der Rüsselsheimer Patrick Burghardt sei sogar mit 30 zum jüngsten OB Hessens gewählt worden.

Der einstige Offenbacher Juso- und heutige SPD-Vorsitzende gilt in seiner Partei als politisches Nachwuchstalent. Der Nachfolger des langjährigen Parteichefs Stephan Wildhirt ist ein wortgewandter, schneller Redner, zielstrebig, hartnäckig und und nicht ohne Ehrgeiz: Studium und Promotion schloss er jeweils mit Einser-Noten ab.

Auch wenn ihn jeweils nur um die 80 Prozent seiner Genossen zum Parteichef wählen oder zum Kandidaten für den Stadtratposten nominieren mochten: Viele in seiner Partei trauen ihm noch weitaus größere Aufgaben zu. Schwenke war zwischenzeitlich als Stadtkämmerer im Gespräch und gilt als „Kronprinz“, der langfristig OB Horst Schneider beerben könnte. Entsprechend groß ist die Erwartungshaltung. Er selbst mag sich an solchen Spekulationen nicht beteiligen: „Ich bin jetzt erst mal Stadtrat.“

Seinen neuen Aufgaben werde er offen und mit Respekt begegnen und in sein neues Amt hineinwachsen. Das sei eben ein Lernprozess und eine Frage des Charakters, dies zu erkennen.

Am 7. September wird der mit seiner Lebensgefährtin in Bieber lebende Gymnasiallehrer sein Lehramt für Französisch und Sozialkunde an der Offenbacher Rudolf-Koch-Schule gegen den weit weniger sicheren Stadtratposten im Rathaus eintauschen. Ein automatisches Rückkehrrecht gibt es für den kommunalen Wahlbeamten nicht. Wenn es dauerhaft nichts werden sollte mit der Stadtverwaltung, müsste er sich neu für den Landesdienst bewerben. „Das ist schon eine Veränderung.“

Im Trio der Schulpädagogen mit OB Horst Schneider (SPD) und Bürgermeister Peter Schneider (Grüne) ist der promovierte Politikwissenschaftler an der Rathausspitze der Jüngste im Bunde.

Als Stadtrat folgt er dem Freidemokraten Paul-Gerhard Weiß als Schul- und Ordnungsdezernent nach, übernimmt aber ebenfalls die früher noch von der grünen Bürgermeisterin Birgit Simon versehenen Ressorts Arbeit, Soziales und Integration.

Dass es der SPD in zähen Koalitionsrunden gelang, das Sozialdezernat von den Grünen zurückzugewinnen, ist Schwenkes unnachgiebigem Verhandlungsgeschick zu verdanken. Schon zuvor, abseits öffentlicher Wahrnehmung, gelang ihm das „Gesellenstück“, beim Neuzuschnitt des EVO-Geschäftsbereichs mehr Freiraum für die ökologische Neuausrichtung im Konzern auszuhandeln.

Auf den „Neuen“ im Rathaus warten viele „Baustellen“. So muss er das Schulbausanierungsprogramm unter schwierigen Bedingungen zu Ende bringen. Investitionen in die Bildung sind für Schwenke auch deshalb wichtig, um Familien mit besseren Einkommen in der Stadt zu halten. Auch die Aufenthaltsqualität sei hierfür ein Schlüssel. „Man muss sich in Offenbach wohlfühlen können.“ Innenstadtentwicklung und Sicherheit seien wichtige Faktoren. Auch mit einem SPD-Ordnungsdezernenten werde es soweit möglich einen Ausbau der Stadtpolizei geben.

Für das Problem der Einwanderer aus Osteuropa muss Schwenke eine Lösung finden, die die Menschen nicht diskriminiert. Und die wegen Überlastung im Bürgerbüro eingeschränkte Fahrzeugzulassung bedarf einer rechtsfesten Regelung.

Nicht grundlos ist in seinem Dezernatszuschnitt die Arbeit stark akzentuiert. Die Stadt müsse ihren Beitrag leisten, die Menschen in Arbeit zu bringen, sagt Schwenke. Umso wichtiger sei es auch, die Beschäftigungsgesellschaft GOAB am Leben zu erhalten. Offenbach müsse irgendwann wieder selbstständig handlungsfähig sein, fordert er. Dieses Ziel dürfe nicht aus den Augen gelassen, alle Dezernatsziele stets daraufhin überprüft werden.

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