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Stadtentwicklung in Offenbach Impulsgeber für die Kaiserstraße

Teile der Offenbacher Stadtverwaltung, darunter das Bürgerbüro, ziehen in das ehemalige Verwaltungsgebäude der Lederfirma Goldpfeil. Der Umzug soll der Innenstadt neue Impulse geben.

Stadtentwicklung in Offenbach
Prägt das Straßenbild: der modernisierte Goldpfeil-Bau. Foto: Renate Hoyer

Die Kaiserstraße ist eines der vielen Sorgenkinder Offenbachs: Mitten in der Innenstadt gelegen, prägen immer noch Billigläden und Leerstand das Erscheinungsbild der einstigen Prachtstraße, die den Hauptbahnhof mit der Fußgängerzone verbindet. Doch wie vielerorts in Offenbach ist der Immobilienmarkt in den vergangenen Jahren auch hier in Bewegung gekommen. Größere Veränderungen stehen nun im sogenannten Kaiserpalais an – dem teils denkmalgeschützten ehemaligen Verwaltungsgebäude der Lederfirma Goldpfeil, die 2008 Insolvenz angemeldet hat und das Gebäude räumte: Anfang September ziehen Teile der Stadtverwaltung in den Bau mit der prägnanten Sandstein-Fassade. Im Oktober folgt das Bürgerbüro, das derzeit noch im Bernardbau in der Nähe des Büsing-Parks untergebracht ist. 

„Die Verwaltung platzt in den bisherigen Liegenschaften aus allen Nähten“, beschreibt Offenbachs Stadtsprecher Fabian El-Cheikh die Situation. Und so hat sich die Stadt entschieden, im Hochparterre und im ersten Stock des Goldpfeil-Baus für mindestens 20 Jahre rund 1 700 Quadratmeter Büroflächen anzumieten – für das Umwelt- und das Stadtschulamt sowie für Teile des Amtes für Arbeitsförderung, Statistik und Integration. Dazu kommen in einem modernen Gebäudeteil im Innenhof des Bürokomplexes etwa 2 700 Quadratmeter für das Bürgerbüro. Miete und Nebenkosten beziffert die Stadt auf insgesamt 736 000 Euro pro Jahr.

Bis zu 91 Arbeitsplätze finden in dem Komplex Platz. Angesichts der zunehmenden Menge an Aufgaben in einer stark wachsenden Stadt müsse man „in die Zukunft“ schauen, sagte die Leiterin des Umweltamts, Heike Hollerbach, bei einem Rundgang durch die neuen Büros. Die Umweltamts-Mitarbeiter arbeiten derzeit noch recht beengt im zehnten Stock des Stadthauses. Im Goldpfeil-Bau indes ist sogar Platz für zusätzliche Arbeitsplätze eingeplant. Hollerbach freut sich über die neuen Büros, die nach den Wünschen der Stadt unterteilt und gestaltet wurden. Von der Industriegeschichte zeugt noch der alte Parkettboden und durch riesige Fenster können die Verwaltungsangestellten künftig auf das geschäftige Treiben der Kaiserstraße blicken. „Das ist lebendige Stadt hier vor der Tür“, sagt Hollerbach – die Büros seien transparent. Auch das Stadtschulamt verfügt am neuen Standort über deutlich mehr Platz als zuvor. Die frei werdenden Räume im Stadthaus und im Rathaus können künftig andere Ämter nutzen.

Der Umzug könnte einen weiteren Vorteil haben: Das Bürgerbüro soll zusätzliches Publikum anlocken und als Impulsgeber für die Kaiserstraße fungieren. Erst vor wenigen Jahren hat die Stadt dort die Bürgersteige verbreitern lassen, Bänke aufgestellt und Bäume gepflanzt. Noch geprüft wird, ob ein Durchgang zum Komm-Einkaufszentrum geschaffen werden kann, um die Liegenschaft noch besser anzubinden. 

Die Bad Homburger Firma „Real Quartier“ hat seit 2016 zwei Drittel des Komplexes modernisiert und geht davon aus, dass bis zum Jahreswechsel alles vermietet ist. Unternehmen aus dem IT- und Medienbereich sowie Arztpraxen und Rechtsanwälte haben hier ihren Sitz – und ein Lederwaren-Outlet. Noch in diesem Jahr soll zudem das Offenbacher Haus des Jugendrechts einziehen.

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