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Sozialer Brennpunkt Frankfurter Studenten ziehen ein

Die Hochschule mietet Wohnungen in der Hermann-Steinhäuser-Straße. So will die Stadt für eine bessere Durchmischung des Viertels sorgen. Von Wiebke Rannenberg

Auf dem Transparent an der Steinhäuser-Straße ist das Wohnheim schon zu sehen. Foto: Surrey/FR

Die östliche Innenstadt in Offenbach bekommt neue Bewohner: In einem Jahr sollen in die Hermann-Steinhäuser-Straße 1 genau 27 Studenten und Gastprofessoren aus aller Welt einziehen. Die studieren und lehren nicht an der benachbarten Hochschule für Gestaltung, sondern in der Frankfurt School of Finance in der Sonnemannstraße im Frankfurter Ostend, vier S-Bahn-Stationen entfernt.

Das Gebäude an der Kreuzung Steinhäuser-Straße/Karlstraße hatte die kommunale Gemeinnützige Baugesellschaft GBO bereits vor knapp zwei Jahren gekauft, um im sozialen Brennpunkt Einflussmöglichkeiten zu haben und den Drogenhandel und andere Kriminalität zu vertreiben.

Sie hatte den Kiosk geschlossen, außerdem beobachten jetzt Überwachungskameras die Kreuzung. Mit "dieser Notlösung haben wir die Ecke beruhigen können", sagte Ordnungsdezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP). Doch eine dauerhafte Lösung sei die Veränderung der sozialen Struktur.

Dazu sollen nun die ausländischen Studierenden beitragen. Einige Studenten von der HfG wohnen bereits im etwa 100 Meter entfernten Gründer- und Kulturzentrum Ostpol, das ebenfalls die Stadt maßgeblich umgebaut hat.

Bis an der Ecke zur Karlstraße eine Lösung gefunden wurde, hat es nun zwei Jahre gedauert. Laut Vertrag, den die Beteiligten am Mittwochabend unterschrieben haben, wird die GBO das Eckhaus sanieren, das daneben abreißen und ein neues bauen. Entstehen sollen so acht Wohnungen mit 27 Zimmern im Neubau mit Wärmerückgewinnung, Einzugtermin ist der 1. Oktober 2009.

Im Gegenzug hat die School of Finance die Miete für fünf Jahre zugesichert, sie wird auch die Vermietung übernehmen. Kosten wird die Sanierung 1,3 Millionen Euro; mit dem Kauf zusammen wird die Stadt dann nach eigenen Angaben 1,65 Millionen Euro investiert haben. Diese würden über den fünfjährigen Mietvertrag wieder hereingeholt, sagte GBO-Geschäftsführer Winfried Männche. Pläne hat die GBO auch für das Gebäude gegenüber: Die leerstehende ehemalige Hartnackschule hatte sie vor zwei Jahren gekauft. Er hoffe, dafür in "zwei bis drei Monaten" positive Nachrichten verkünden zu können, sagte Männche. Klar ist schon, dass hier, wie auch im Ostpol, das Landesprogramm Soziale Stadt (Hegiss) beteiligt sein wird. Ein städtebaulicher Vertrag ist in Arbeit.

Froh über die Veränderungen in der östlichen Innenstadt sind einige Nachbarn. Das Studentenwohnheim sei "eine Bereicherung", sagte Peter Ambros von der Bürgerinitiative "Nachbarn helfen Nachbarn". "Absolut beglückt" ist Martin Schnappauf, Eigentümer des Hauses neben dem künftigen Wohnheim: "Das gibt eine deutliche Verbesserung im Milieu."

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