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Schule Neubauten haben Priorität

Die wachsende Schülerzahl Offenbachs stellt Stadt vor Herausforderungen. Ein Hindernis sind Baubeschränkungen wegen des Fluglärms.

Die Frankfurter Optik setzt sich jetzt auch hier durch“, sagt Offenbachs Schul- und Planungsdezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP). Er meint damit die Containeranlagen, die auf immer mehr Schulhöfen im Stadtgebiet aufgestellt werden – etwa auf dem Gelände der Humboldtschule an der Waldstraße. Die Container sind erforderlich, um kurzfristig weitere Kapazitäten zu schaffen. Die Schülerzahlen nämlich steigen im wachsenden Offenbach, wie vielerorts in der Region, schneller an, als es die Prognosen der vergangenen Jahre vorausgesagt haben: Rund 18 200 Schülerinnen und Schüler besuchen im gerade begonnenen Schuljahr die Offenbacher Schulen, schätzt der Leiter des Stadtschulamts, Thomas Löhr. Voriges Jahr waren es noch 17 612 – und 2022 könnten es schon 20 000 sein. „Vor fünf Jahren hätte keiner mit solchen Zahlen gerechnet“, gibt Löhr zu.

Das seit Jahren laufende Schulbausanierungdprogramm wurde deshalb angepasst: Einige angestoßene Gesamtsanierungen mit einem Investitionsvolumen von rund 100 Millionen Euro werden zwar wie geplant ausgeführt, der Schwerpunkt liegt fortan aber auf Neubauten, um zusätzliche Kapazitäten zu schaffen. „Dies hat künftig absoluten Vorrang“, sagt Dezernent Weiß. Für Einzelmaßnahmen an Schulen, die wie die Goetheschule vorerst nicht grundsaniert werden, stehen jährlich zwei Millionen Euro im Haushalt bereit. Grundsaniert wird derzeit die Käthe-Kollwitz-Schule, aus mehreren Gründen steigen die Kosten jedoch um 4,5 Millionen Euro (die FR berichtete). Die Stadt will deshalb künftig mehr Puffer für Preissteigerungen einplanen, heißt es.

Von 2019 an soll die innerstädtische Mathildenschule komplett saniert, umgebaut und erweitert werden. Es folgen die Edith-Stein- und die Geschwister-Scholl-Schule sowie der Neubau einer Caféteria an der Humboldtschule. Das städtische Hochbaumanagement und die Stadtwerke-Tochter OPG setzen die Projekte um. „Wir legen Wert auf eine gute Architektur, die für die Schüler auch prägend sein kann“, sagt die stellvertretende Leiterin des Bauamts, Anna Heep, und verweist auf die im vorigen Jahr eröffnete Hafenschule, die bereits Auszeichnungen für ihre Architektur gewonnen hat.

Dass bei den Neubauten die Gestaltung etwas in den Hintergrund rücken könnte, deutet indes Dezernent Weiß an. Das auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs geplante Gymnasium könnte zum Beispiel in „modularer Bauweise“ errichtet werden – zumindest prüfe man das zurzeit. Die neue Grundschule im Baugebiet Bieber-Nord wird derweil womöglich erst einmal mit Containern errichtet. Für die neue Grundschule in der Innenstadt laufen noch Machbarkeitsstudien und Gespräche. Im Rennen ist das alte Postgelände an der Marienstraße und ein Teil des Grundstücks der Bachschule – nicht weiter verfolgt wird Weiß zufolge die Idee, dauerhaft eine Grundschule im Bernardbau unterzubringen. Die ehemalige Schnupftabakfabrik, in der durch den Umzug des Bürgerbüros Platz frei wird, stehe höchstens als „Interimslösung“ zur Verfügung. Ein weiterer Grundschulneubau ist auf dem Gelände der Rumpenheimer Ernst-Reuter-Schule geplant.

Eine Hürde für einige dieser Projekte stellt der Fluglärm dar. Denn ein Großteil des Stadtgebiets unterliegt deswegen Baubeschränkungen, was Ausnahmegenehmigungen nötig macht. Bezüglich des geplanten Gymnasiums am Güterbahnhof liefen deshalb „intensive Gespräche mit dem Regierungspräsidium“, erzählt Weiß. Kreativ geht die Stadt derweil mit dem geplanten Neubau der Fröbelschule um: Damit die Baukosten nicht den städtischen Haushalt belasten, wird die Ganztagsschule mit Förderschwerpunkt geistige und körpermotorische Entwicklung von der kommunalen Baugesellschaft GBO errichtet und von dieser anschließend an die Stadt vermietet.

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