Lade Inhalte...

Schriftsteller Bernd Köstering Krimi im Hafenviertel

Schriftsteller Bernd Köstering lässt seine Goethe-Reihe auch in Offenbach spielen

BerndKöstering mag es nicht, wenn Blut spritzt. Das Rätselhafte ist ihm wichtiger. Foto: privat

Im zweiten Band kommt Offenbach vor, und zwar das Hafenviertel. Der Autor Bernd Köstering hat das Quartier in seinem neuen Krimi „Goetheglut“ schon aufgebaut. Die Mutter des Ich-Erzählers Hendrik Wilmut lebt dort in einer Seniorenwohnanlage in der Waldemar-Klein-Straße, und Offenbachs Oberbürgermeister heißt Weber. Anders als in Wirklichkeit geplant führt ein Kanal durch das Viertel, das liebevoll „Klein-Amsterdam“ genannt wird.

„Ich habe den Offenbacher Teil ein bisschen ausgeweitet, um der Stadt, in der ich wohne, zu huldigen“, sagt Köstering. „Und das Hafenviertel ein bisschen aufgepeppt.“ Eigentlich spielt der Roman in Weimar. Dort wird ein Toter aus der Ilm gezogen, und der Literaturexperte aus Frankfurt, Wilmut, gerät unter Mordverdacht. Seine Fingerabdrücke werden in der Wohnung des Toten gefunden. Dass Wilmut Goethespezialist ist, scheint ein geheimnisvoller Unbekannter zu wissen. Denn er schickt ihm Botschaften mit Goetheversen, die Wilmut zu enträtseln versucht. Schließlich will er seine Unschuld beweisen. „Da stehst du nun, du alter Thor....“

„Goetheglut“ ist 2011 erschienen. Der Autor verehrt den deutschen Klassiker so sehr, dass er dessen Werk und Leben in seine Bücher einbaut. Im ersten Krimi „Goetheruh“ wurde Wilmut zu mysteriösen Diebstählen aus dem Weimarer Goethehaus gerufen. Der dritte Band, „Goethesturm“, der mehr Offenbach als der zweite enthält, soll bald erscheinen und behandelt erneut den großen Dichter. „Dann ist aber Schluss mit der Goethe“, verrät Köstering. Er wohnt seit 1991 mit seiner Familie in Offenbach, ist in seinem Brotberuf Ingenieur für Medizintechnik und vertreibt Ultraschallgeräte.

Lesung ausverkauft

Weimar, die Stadt, in der er geboren wurde, lässt ihn dann zumindest literarisch los. Der Gmeiner-Verlag hätte laut Köstering zwar gerne weitere Fortsetzungen der Goethe-Reihe, weil sie beliebt ist. Vom ersten Band sind bereits 7000 Stück verkauft, vom zweiten 3000. Auch die Karten für die Lesungen im Offenbacher Lilitempel unter dem Motto „Goethe und Lili Schönemann – wiedervereint in einer Krimilesung“ am 25. Januar sind alle weg. Sie wurde vom Netzwerk Frauen für Offenbach, dem Kulturamt der Stadt und der Gemeinnützigen Baugesellschaft unterstützt.

Köstering hat neue Ideen. Der 56-Jährige will sich zunächst einem Buch über Frankfurt zuwenden und anschließend einer Krimireihe starten, die in Stadt und Kreis Offenbach spielt. Ganoven und zwielichtige Gestalten treiben im Gebiet des Polizeipräsidiums Südosthessen ihr Unwesen. Mehr möchte Köstering noch nicht verraten.

Es ist nicht das erste Mal, dass Offenbach als Krimi-Stadt literarisch wird. Der Schriftsteller Andreas Franz aus Frankfurt hatte von 2004 bis 2010 mit seinem Ermittler Peter Brandt eine fünfteilige Offenbach-Serie im Weltbild- und Droemer-Verlag veröffentlicht. Da Franz im März 2011 starb, wird die Stadt nun im Krimi-Genre neu besetzt.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum