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Problemwels Happy End für hungrigen Wels

1. UpdateDie Stadt Offenbach hat endlich einen Berufsfischer gefunden, der den inzwischen berühmten Raubfisch bei Nacht mit einem Netz fangen soll.

Riesenwels frisst Entenküken
Die trügerische Idylle des Dreieichparks. Hier treibt der Problemwels sein Unwesen. Foto: dpa

Für den Wels im Dreieichpark-Weiher zeichnet sich ein glückliches Ende ab. Die Stadt hat einen Berufsfischer gefunden, der bereit ist, den in die Schlagzeilen geratenen „Küken-Killer“ zu fangen. Anschließend soll er in privates Gewässer umgesiedelt werden. Mehrere private Teichbesitzer hätten der Stadt entsprechende Angebote gemacht, teilte Stadtsprecherin Kerstin Holzheimer mit.

Der Wels war in Verruf geraten, nachdem er artengeschützte Teichhuhn-Küken gefressen hatte. Das war vor gut zwei Wochen gewesen. Seitdem schlug das Schicksal des glitschigen Groß-mauls im Sommerloch hohe Wellen. Schnell stand fest, dass der Wels nicht länger in dem maximal 80 Zentimeter tiefen Weiher bleiben konnte. Der hungrige Fisch stellte nicht nur eine Gefahr für die letzten überlebenden Küken dar. Das seichte Gewässer ist auch kein artgerechter Lebensraum für den angeblich 1,50 Meter großen Wels, der 2017 erstmals dort gesichtet worden war.

Umsiedlung in den Main nicht möglich

Eine Umsiedlung etwa in den Main hatte das Regierungspräsidium verboten, da es sich um einen nicht heimischen Raubfisch handle. Damit schien sein Schicksal besiegelt zu sein. Die Stadt kündigte an, den Wels zu beseitigen. Das rief Tierschützer auf den Plan, die forderten, den Wels umzusiedeln statt ihn zu töten.

Ursprünglich war überlegt worden, den Wels mittels Elektro-Befischung zu fangen. Je wärmer das Wasser wird, desto schwieriger lässt sich jedoch die Wirkung des Stroms vorhersagen. Außerdem könnten andere Fische und Lebewesen verletzt oder der Wels nicht ausreichend betäubt werden. Deshalb hat die Stadt nun entschieden, ihn mit einem Netz zu fangen. Dies soll bei Nacht geschehen in der Hoffnung, dass der vorwiegend nachtaktive Raubfisch sich nicht länger auf dem Grund im Morast versteckt.

Seit seiner Fressattacke auf die Küken ist der inzwischen berühmt gewordene Wels nicht mehr gesichtet worden. Den Termin für den Fischfang nannte Holzheimer nicht. Man wolle ihn „ohne Medienbeteiligung“ herausholen und in ein Gewässer in einem Landschaftsschutzgebiet bringen. Der Ort soll wohl geheim bleiben, um Offenbach weitere Wels-Schlagzeilen zu ersparen.

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