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Offenbacher Mainbogen Radweg wird verlegt

Der holprige Radweg zwischen Bürgel und Rumpenheim wird ausgebaut - aber verläuft künftig nicht mehr direkt am Wasser. Das Ufer soll ökologisch aufgewertet werden. Von Jörg Muthorst

12.08.2009 00:08
Jörg Muthorst
Der holprige Radweg zwischen Bürgel und Rumpenheim wird ausgebaut - aber verläuft künftig nicht mehr direkt am Wasser. Das Ufer soll ökologisch aufgewertet werden. Foto: Chris Hartung

Nur ein kurzes Stück flussaufwärts, gleich hinter dem Bürgeler Ortsrand, öffnet sich eine andere Welt. Unverhofft weitet sich im Nordosten Offenbachs in der markanten Doppelschleife des Untermains die Landschaft. Wiesen, Äcker und Gärten, dazu der große Schultheisweiher, prägen das Bild des Bürgel-Rumpenheimer Mainbogens. Ein natürlicher Freiraum am Rande des hochverdichteten Ballungsgebietes, als Hessische Mainaue größten Teils unter Schutz gestellt.

Die Stadt Offenbach will dieses landschaftliche Kleinod vor Zersiedelung bewahren und als naturnahes Naherholungsgebiet weiterentwickeln. Seit 2004 verfolgt sie das Ziel, den über zehn Quadratkilometer großen Raum zwischen Main und Kuhmühlgraben, zwischen Bürgel, Rumpenheim, Biebernsee und Waldheim im Sinne des Landschaftsplans des einstigen Umlandverbandes aufzuwerten.

Mit Hilfe von Fördergeld von Bund und Land und in Form einer gezielten Bündelung des naturschutzrechtlichen Ausgleichs für bauliche Eingriffe in andere Naturräume der Stadt soll ein Biotopverbundsystem entstehen und die Wegestruktur für die Naherholung verbessert werden.

Neue Wege entstehen

Stadtbau- und Umweltamt entwickelten dazu ein Nutzungskonzept. Es zielt auf eine naturbezogene Erholung, insbesondere in der Überschwemmungslandschaft vor dem Maindeich, auf die Umwandlung städtischer Acker- in Grünflächen, auf die stärkere Gliederung der Auenlandschaft durch Baumreihen und Gehölze sowie die Anlage neuer Freizeitflächen und Wege.

Das Konzept soll jetzt schrittweise umgesetzt werden. So wird ab Herbst in sechsmonatiger Bauzeit der stellenweise holprige und für Fußgänger, Radler und Skater viel zu schmale Mainuferradweg auf einer Länge von 2,4 Kilometern ausgebaut. Zwischen Bürgeler Schiffsanleger und Mitte Mainbogen wächst die Breite von etwas mehr als zwei auf dann dreieinhalb Meter.

Allerdings wird die Route landeinwärts verlagert. Die Uferzone wächst damit auf elf bis 32 Meter Meter Breite, damit sich dort Röhricht und Auengehölze mehr ausdehnen können. Wasservögel erhalten damit neue Lebensräume.

Sichtfenster für Durchblicke aufs Wasser

Den Main werden die Radler dennoch nicht aus dem Auge verlieren, wie Sigrid Pietzsch sagt, im Baumanagement für das Stadtgrün verantwortlich. In unregelmäßigen Abständen werden "Sichtfenster " in Form von Rasenflächen freigehalten, etwa an Schifffahrtszeichen, die vom Main her einsehbar bleiben müssen.

Konfliktstoff birgt die Forderung des Regierungspräsidiums, eine intensive Freizeitnutzung wie den Reitsport aus der Auenlandschaft zu nehmen. Nach Expertenmeinung beeinträchtigt der so genannte Schleusenplatz des Rumpenheimer Reit- und Fahrvereins die gewässerökologische Funktion der Mainaue.

Reitverein soll weichen

Der Verein hatte die künstlich aufgefüllte Fläche, für die noch eine Altlastenanalyse aussteht, 1979 von der Kommune gepachtet und unter deren Duldung zum Reitplatz umgestaltet. Der Platz war jedoch nie genehmigt worden und ist laut Pietzsch auch heute nicht genehmigungsfähig.

Bemühungen der Stadt, die Anlage nachträglich per Bebauungsplan zu legalisieren, schlugen fehl. Ebenso der Versuch, dem Verein zu einem Ersatzstandort zu verhelfen. "Wir hängen völlig in der Schwebe", beklagt Vorsitzende Michaela Kipper.

Illegal sind auch eine Reihe von Kleingärten, insbesondere westlich von Rumpenheim und entlang des Kuhmühlgrabens. Auch hier bemüht sich die Kommune um Ersatz.

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