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Offenbach Wasserhochbehälter Die unsichtbare Baustelle

Kaum ein Offenbacher bekommt es mit: Die Wasserhochbehälter am Schneckenberg werden derzeit für 3,6 Millionen Euro saniert. Sie sind ein Herzstück in der Wasserversorgung der Stadt.

38 Meter hoch ist das Baugerüst im Inneren des Wasserturms. Foto: Renate Hoyer

Das Loch ist klein – vielleicht 70 Zentimeter im Durchmesser. Durch diese Lucke am Fuß des Turms fanden mehr als 25.000 Gerüstteile ihren Weg ins Innere. Ein Geduldsspiel, an dessen Ende die Mitarbeiter einer Spezialfirma dort ein kreisrundes, freistehendes Gerüst von fast 40 Metern Höhe zusammengesetzt hatten.

Kurt Hunsänger, Technikvorstand der Energieversorgung Offenbach (EVO) ist noch immer ganz begeistert. „Das sind wahre Künstler“, sagt er. Eine Großbaustelle, die sich hinter verschlossenen Türen verbirgt, unbemerkt von den wenigen Spaziergängern, die beim Wasserspeicher am Fuß des Schneckenbergs vorbeikommen.

Seit 1968 stehen die beiden Zwillingstürme dort, vom Kickers-Stadion nur durch die Bahnlinie getrennt. Mit insgesamt 15.000 Kubikmetern Fassungsvermögen versorgen sie rund 169.000 Verbraucher in Stadt und Kreis mit Trinkwasser. Aus 115 Grundwasserbrunnen der Region wird es auf den Berg gepumpt, von dort verteilt es sich im rund 420 Kilometer langen Rohrleitungssystem der EVO.

Die Hochbehälter sind ein Herzstück der Wasserversorgung in Offenbach, das als Zwischenspeicher und Puffer zuverlässig funktioniere, wie Hunsänger sagt. Nach fast 46 Jahren war allerdings eine gründliche Sanierung fällig. Eine logistische Herausforderung, für die die verbrauchsärmere Zeit zwischen Herbst und Frühling genutzt wird. Die feinen Risse und Spalten im Beton sind oben, direkt unter dem Dach, noch gut erkennbar. Dort vollenden Arbeiter gerade ihr Werk, das sie im November am Fuß des Turms begonnen haben.

Sie sprühen eine wasserundurchlässige Schutzschicht auf die Wände. Im Schein der Arbeitslampen staubt es gewaltig. Das Fundament des Behälters, der wie ein umgedrehtes Wasserglas auf der Bodenplatte steht, wird bis zur Höhe von 2,50 Metern neu verkleidet und abgedichtet – unter anderem mit einem Ring aus Beton, der in acht Segmenten nacheinander gegossen wird. Im April soll alles fertig sein. Dann wird der Behälter gereinigt, desinfiziert und neu befüllt. Im Herbst kommt dann der zweite Turm an die Reihe.

„Wir sanieren die Behälter nacheinander, um die Wasserversorgung auch während der Bauzeit sicherzustellen“, erklärt die Vorstandsvorsitzende der EVO, Heike Heim. Insgesamt investiert das städtische Unternehmen 3,6 Millionen Euro in die Arbeiten am Schneckenberg, die bereits seit Jahren vorbereitet wurden. Durch regelmäßige Reinigung und Ausbesserung der Türme sind die Schäden gut bekannt. Man habe alle Möglichkeiten diskutiert, sogar den Abriss der Türme und einen Neubau mit Stahlbehältern, verrät Hunsänger. „So kommen wir aber relativ günstig weg und haben für die nächsten Jahrzehnte Ruhe.“

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