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Offenbach Verkäufe am Hafen tun der Bilanz gut

Die Offenbacher Stadtwerke machen mehr Gewinn als geplant - beim Personal gibt es aber Einsparungen.

Die prägnanten Hotel- und Bürohochhäuser, die nächstes Jahr nahe der Spitze der Offenbacher Hafen-Halbinsel emporwachsen sollen, werfen ihre Schatten voraus: Der Verkauf des wassernahen Filetgrundstücks an die Bremer Gustav-Zech-Stiftung im vergangenen Jahr trägt entscheidend dazu bei, dass die Stadtwerke Offenbach Holding (SOH) für 2017 einen satten Jahresüberschuss verkünden kann: Statt den geplanten 3,86 Millionen Euro konnte die kommunale Unternehmensgruppe im vergangenen Jahr ein Plus von 8,96 Millionen Euro verbuchen – etwa eine halbe Million mehr als 2016.

Doch auch sonst läuft es rund bei den Stadtwerken: So werden mehr Bustickets verkauft und die Anzahl der Veranstaltungen in der Stadthalle und im Capitol wächst – ebenso wie die Mieteinnahmen der Baugesellschaft GBO. „Jeder einzelne Teilbereich der Unternehmensgruppe hat im letzten Jahr zugelegt“, sagte SOH-Geschäftsführer Peter Walther bei der Vorstellung der Stadtwerke-Bilanz am Mittwoch. Unter dem Dach der SOH versammeln sich kommunale Gesellschaften aus den Bereichen Immobilien, Stadtservice, Mobilität und Veranstaltungen. Der satte Überschuss macht es möglich, dass die für die Stadt so wichtige SOH – die 2017 590 000 Euro in Spenden und Sponsoring steckte – weitere Schulden tilgen kann: Seit 2011 konnten 17 Millionen Euro zurückgezahlt werden, rechnete Beteiligungsdezernent Peter Freier (CDU) vor, der von einem „Konsolidierungskurs“ der städtischen Gesellschaften spricht.

Freier betonte, wie wichtig es sei, in guten wirtschaftlichen Zeiten für schlechtere Zeiten vorzubauen. „Die SOH steht in den nächsten Jahren vor einigen Herausforderungen, denn die Grundstücke am Hafen und im Neubaugebiet ‚An den Eichen‘ sind weitgehend verkauft“, sagte Freier am Mittwoch. Dazu kommt, dass sich in der wachsenden Stadt Offenbach alle Geschäftsfelder der SOH darauf einstellen müssten, ihre Angebote zu erweitern. Ganz konkret wird das im Dezember mit dem Fahrplanwechsel, wenn die Verkehrsbetriebe – zunächst über einen Personaldienstleister – 50 neue Busfahrerinnen und Busfahrer einstellen und ab nächstem Jahr auch E-Busse anschaffen.

Das rapide Wachstum der Stadt sei zugleich „Chance“ und „Risiko“ für die SOH, sagte Geschäftsführer Walther. Deshalb sei es wichtig, Abläufe künftig noch effizienter zu gestalten. Im vergangenen Jahr wurden etwa der Rechtsbereich und die IT mehrerer kommunaler Gesellschaften zusammengelegt. Auch werden manche Stellen nicht neu besetzt, etwa wenn beim Stadtservice effizientere Kehrmaschinen angeschafft werden. Von 2016 auf 2017 sank die Zahl der Mitarbeiter im SOH-Kosmos somit von 932 auf 914. Dazu kommen 40 (statt zuvor 41) Auszubildende. Unter dem Titel „be one“ sollen zudem künftig Teams innerhalb der SOH unternehmens- und hierarchieübergreifend arbeiten.

Vor Herausforderungen steht angesichts der rapide steigenden Mieten und des anhaltenden Zuzugs nach Offenbach auch die kommunale Baugesellschaft GBO (die FR berichtete). Das Unternehmen ist deshalb von Ausschüttungen an die Stadt – sollte es in den kommenden Jahren dazu kommen – ausgenommen. Konkret plant die GBO den Neubau von Wohnungen zwischen der Richard-Wagner- und der Franz-Liszt-Straße sowie den Ankauf von 32 Wohnungen auf dem Gelände der Seifenfabrik Kappus. Diese Wohnungen sollen unter öffentliche Förderung gestellt werden.

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