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Offenbach Täglich ein Foto aus Frankreich

Der Autor und Journalist Lutz Büge beginnt ein Kunstprojekt im Internet. Seit 1. Oktober stellt er täglich ein Frankreich-Foto mit kurzem Text in Deutsch und Französisch auf seine Website. Der Offenbacher will damit etwas gegen die grassierende Europa-Müdigkeit tun.

Frankreich-Urlauber, Autor und Blogger Lutz Büge. Foto: Privat

Bild Nummer eins: Inspiration Marseillan-Plage. Ein Mensch schaut aufs Meer. „Manchmal hat Herr B. Sehnsucht nach dem Meer“, heißt es in der Bildunterschrift, „immer dann, wenn er das Gefühl hat, dass etwas passieren müsste – etwas Neues, Eigenes, etwas, was er noch nicht weiß und was er auch nicht kennt (...)“.

Bild Nummer eins gibt damit eine gute Einstimmung auf das Internetkunstprojekt von Herrn B. „365 Blicke / 365 vues“. Dabei stellt der Mann, der sich vom Meer inspirieren lässt, seit 1. Oktober ein Jahr lang täglich ein Frankreich-Foto mit kurzem Text in Deutsch und Französisch auf seine Website. Herr B., das ist der Offenbacher Autor und Journalist Lutz Büge, Lesern der Frankfurter Rundschau als „Bronski“ bekannt, der das Leserforum und das FR-Blog betreut.

Und in „365 Blicke“ ist das, „was er noch nicht weiß und auch nicht kennt“ ein wichtiger Faktor: „Ich möchte die Leser überraschen und auch mich selbst, das liebe ich“, sagt Büge. Aus rund 6000 seiner Fotografien von Frankreich-Urlauben aus 27 Jahren hat er 600 ausgewählt. Aus diesen wiederum wird per Zufallsgenerator für jeden Tag eines ausgesucht. Dann schreibt der Autor einen kurzen Text dazu: eine Minigeschichte, nachdenklich oder satirisch. Die Übersetzerin Edith Matejka überträgt die Texte dann ins Französische.

„Erlebtes Europa“ abbilden

„Erlebtes Europa“ will Büge damit abbilden und „etwas gegen die grassierende Europa-Müdigkeit tun“. Denn: „Europa, das ist nicht nur Bürokratie und Politik. Es ist eine Idee, die auch andere Formen annehmen kann. Die Selbstverständlichkeit, mit der wir heute reisen, zum Beispiel“, erläutert der Autor. Und sein Fotoprojekt sei eine Möglichkeit „Europa auszudrücken“.

Dazu komme, dass es für ihn etwas Besonderes sei, die Bildtexte satirisch zu gestalten. „Wenn es um Deutschland ginge, wäre das natürlich gar kein Problem“, sagt Büge. „Aber in Bezug auf Frankreich ist es eine Gratwanderung, damit es nicht respektlos wirkt.“ Provokant hingegen dürften und sollten die Texte schon sein. Büge hofft darauf, dass sich über die Kommentarfunktion im besten Fall eine französisch-deutsche Debatte entwickelt.

Die Bilder, die der 50-Jährige zeigt, sind nicht mit dem Anspruch gemacht, hochprofessionell zu sein. Auch nicht „schön“ im Sinne von Postkartenmotiven. Büge will das Frankreich zeigen, „das mir Räume eröffnet hat und jedes Mal wieder öffnet, wenn ich in Frankreich bin“. Dabei soll es „kreuz und quer durch alle Jahre, Regionen und Stimmungen gehen“, völlig subjektiv sein.

Werbung für E-Books

Dass das Nachbarland zu seinem liebsten Reiseziel wurde, hat viel mit dem Fahrradfahren zu tun. Auf zahlreichen Radreisen hat Büge erlebt, dass man in Frankreich „wunderbar radfahren“ kann. Auch die „Landschaften und das Essen“ haben zu seiner Vorliebe beigetragen. Ein Stück weit ist „365 Blicke“ auch eine Bilanz dieser Vorliebe.

Und auch ein wenig Eigenwerbung ist dabei: Denn der Wahl-Offenbacher, der seit 2010 in der Stadt lebt, vertreibt seine Romane – „Science Fiction, Abenteuerromane und Polit-Thriller“ seit einigen Jahren selbst in Form von E-Books. Seinen neuesten Roman „Der hölzerne Pharao“, der voraussichtlich im November erscheinen wird, hat er an einem Strand in Südfrankfreich zu Ende geschrieben – mit Inspiration vom Meer.

Das Kunstprojekt ist zu finden unter: www.ybersinn.de/365-Blicke. Dort gibt es auch Infos zu Lutz Büges Büchern.

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