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Offenbach Schnelle Verbindung zum Flughafen

Kommunalpolitiker in Offenbach unternehmen einen neuen Vorstoß für eine regionale Bahnstrecke südlich des Mains. Die Stadt will zudem die Einführung von Sozialticket prüfen.

Verkehr in Rhein-Main
Eine S-Bahn verkehrt zwischen Frankfurt und Offenbach. (Symbolbild) Foto: Rolf Oeser

Eine Regionalzugverbindung von Aschaffenburg über Offenbach und den Frankfurter Flughafen bis nach Mainz – das ist die sogenannte Südtangente. In Offenbach existiert die Forderung, eine solche Verbindung einzurichten, schon lange und das Bündnis aus CDU, Grünen, FDP und Freien Wählern hat sie 2016 auch in seinen Koalitionsvertrag geschrieben. Jetzt greifen die Fraktionen dieses Anliegen zusammen mit der SPD in einem gemeinsamen Antrag wieder auf. Darin steht: Vertreter der Stadt sollen sich beim Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV), beim Land Hessen und in der Regionalversammlung für die neue Verbindung einsetzen. Die Stadtverordneten stimmen in ihrer nächsten Sitzung am 14. Juni darüber ab.

„Wir brauchen eine solche Linie“, sagt Offenbachs Mobilitätsdezernent Peter Schneider (Grüne). Der größte Vorteil daran sei, dass die Verbindung ohne das stark beanspruchte „Nadelöhr“ Frankfurter S-Bahn-Tunnel auskomme. Weitere Vorteile seien eine flotte Verbindung zum Flughafen sowie eine bessere Auslastung des Offenbacher Hauptbahnhofs: Nur 3500 Reisende nutzen den von Leerstand geprägten Halt im Durchschnitt pro Tag. Zum Vergleich: Die S-Bahn-Station „Marktplatz“ rund einen Kilometer weiter nördlich nutzen täglich rund 30 000 Menschen. Außerdem erhofft sich die Stadt, mit einer neuen attraktiven Verbindung mehr Menschen von der Straße auf die Schiene zu bringen.

Beim RMV steht man der Südtangente oder auch „Regionaltangente Süd“ positiv gegenüber. Die Schieneninfrastruktur in Rhein-Main brauche „auf lange Sicht“ weitere „Entlastung“, sagte die stellvertretende Sprecherin des RMV, Vanessa Rehermann, der FR. Die Südtangente befinde sich allerdings „erst im Ideenstadium“ und man müsse „alle Partner mitnehmen“. Auch Schneider weiß, dass ein solches Großprojekt sehr lange dauern wird – auch wenn womöglich nicht viele neue Schienen verlegt werden müssen. Umso wichtiger sei es, das Thema jetzt in der Region auf die Tagesordnung zu setzen.

Um bei einer künftigen südlichen Schienenverbindung nicht außen vor zu bleiben, hat der Kreis bereits im April beim Frankfurter Planungsbüro Albert Speer und Partner eine Verkehrsstudie in Auftrag gegeben. Sie soll darlegen, ob vielleicht auch eine tangentiale S-Bahn-Verbindung im Süden des Rhein-Main-Gebiets mit Anbindung des Kreises machbar wäre – und wenn ja, unter welchen Bedingungen und zu welchen Kosten.

Das Offenbacher Stadtparlament indes wird am 14. Juni wohl noch einen weiteren Antrag zum Thema Nahverkehr positiv bescheiden: Der Magistrat soll prüfen und berichten, ob und in welchem Umfang es sich Offenbach leisten kann, innerhalb der Stadtgrenzen ein Sozialticket einzuführen. Als Personenkreis werden Arbeitslose, Empfänger von Wohngeld oder Grundsicherung im Alter sowie anerkannte Asylbewerber ins Auge gefasst. Als Positivbeispiel wird in dem Antrag der Frankfurt-Pass erwähnt.

Auch zu diesem gerade in Offenbach für viele Menschen bedeutsamen Thema soll es Gespräche mit dem RMV und dem Land Hessen geben – Mobilitätsdezernent Schneider betont, dass ihm eine RMV-weite Lösung am liebsten wäre, da „Insellösungen immer nur der zweitbeste Weg“ seien. Beim RMV heißt es knapp, dass es bislang keine Pläne für ein stadtübergreifendes Sozialticket gebe – nur Einzellösungen.

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