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Offenbach Moscheeverein widerspricht AfD

Die AfD in Offenbach macht Stimmung gegen eine neue Moschee. Nun äußerst sich die Mevlana-Gemeinde ausführlich zu ihren Plänen.

Mevlana-Moschee in Offenbach
Die alte Moschee in der Sandgasse soll einem Neubau weichen. Foto: Sophie Schüler

In der Sandgasse zwischen Mainufer und Offenbacher Innenstadt will die Mevlana-Gemeinde auf einem schon lange von ihr genutzten Grundstück eine neue Moschee mit moderner Architektur errichten. Die AfD-Stadtverordneten machen seit einigen Monaten Stimmung gegen diesen Neubau und wollen ihn verhindern – was in der letzten Sitzung des Stadtparlaments Mitte August auf die heftige Gegenwehr der anderen Fraktionen gestoßen ist. Manche dort begrüßen das Projekt. Alle sagen: Solange es keine baurechtlichen Einwände gibt, stehe dem Neubau nichts im Weg. Nun äußert sich zum ersten Mal die Gemeinde selbst ausführlich zu ihren Plänen – wegen der Urlaubszeit habe man Presseanfragen bislang nur knapp beantworten können, heißt es.

Dem Sprecher der Mevlana-Gemeinde, Muhsin Senol, zufolge, sei geplant, Ende 2019 mit den zwei bis drei Jahre andauernden Bauarbeiten zu beginnen. Man wolle unter anderem mehr Raum für Bildungskurse schaffen. Die für den Neubau angesetzten 4,5 Millionen Euro will die Gemeinde durch Spenden von Unternehmen und Privatleuten finanzieren. Um weiteres Geld zu sammeln, ist zudem eine bundesweite Crowdfunding-Aktion geplant – die Finanzierung für die Moschee steht also noch nicht. „Wir sind derzeit dabei, das notwendige Kapital zu vervollständigen“, sagt Senol. Geplant sei zudem, dass Unternehmen, die die Gemeinde unterstützen, kostenlos „Arbeitskraft und Baumaterial bereitstellen“.

Eine Bauvoranfrage für das Projekt wurde 2016 mit Auflagen positiv beschieden, heißt es beim Baudezernat. Unter Beachtung dieser Auflagen – es ging unter anderem um Abstandsflächen – könne ein Bauantrag eingereicht werden. Die Gemeinde will die Entwürfe nun zunächst den Stadtverordneten vorstellen und anschließend der Öffentlichkeit. Nachbarn, die Mevlana im Juni zu einer Infoveranstaltung eingeladen hatte, haben die Entwürfe schon gesehen. Behauptungen, in der neuen Moschee sollten Kapazitäten für bis zu Tausend Leute entstehen, weist Senol zurück – stattdessen rechne man mit bis zu 300 Besuchern und zwei Mal im Jahr mit 500 bis 600. Senol weist auch die Darstellung der AfD zurück, Anwohner hätten „überwiegend scharfe Kritik“ an den Plänen geübt – man habe stattdessen „eher Zuspruch“ erfahren. Etwa zwanzig von 155 geladenen Nachbarn seien erschienen.

Nicht in Frage kommt für die Mevlana-Gemeinde ein vom CDU-Stadtverordneten Dominik Mangelmann vorgeschlagener Grundstückstausch, um an einem weniger beengten Ort – die Sandgasse ist Teil von Offenbachs ehemaliger Altstadt – bauen zu können. Die Gemeindemitglieder haben sich „gegen einen Umzug ausgesprochen“, so Senol.

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