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Offenbach Mainturm Dem Main ganz nah

Seit 2009 steht an der Bürgeler Schiffsanlegestelle ein sechs Meter hoher Kiosk in Leuchtturmoptik. Nicht nur Laufkundschaft kommt vorbei, auch Bootsfahrer werden von dem weithin sichtbaren Leuchtturm angezogen.

Rot-weißes Signal für Erfrischung am Mainufer. Foto: Monika Müller

Seit 2009 steht an der Bürgeler Schiffsanlegestelle ein sechs Meter hoher Kiosk in Leuchtturmoptik. Nicht nur Laufkundschaft kommt vorbei, auch Bootsfahrer werden von dem weithin sichtbaren Leuchtturm angezogen.

Es ist die fast zwangsläufige Konsequenz nahezu jeder Offenbacher Familienradtour: Früher oder später kommt es in leicht quengelnd-wehleidigem Tonfall vom Sattel des Kinderrades: „Ist es noch weit? Ich hab so Durst! Krieg ich ein Eis?“ Für die kleine Erfrischung zwischendurch war der Radweg entlang des Mains jahrelang eine Brache. Erst 2009 kam für genervte Väter und Mütter, die Spaziergänge und Radfahrten entspannt fortsetzen wollten, der erste Rettungsanker am Mainufer.

Roland Lösel setzte einen Kiosk in Leuchtturm-Form zwischen Bürgeler Schiffsanlegestelle und den dort vorbeiführenden Radweg, bestückte ihn mit Erfrischungen und wartete auf Kundschaft. Lange musste er nicht warten. Der originelle Kiosk hat großen Zulauf.

In drei Stunden abgebaut

Innerhalb von drei bis vier Monaten hat der Betreiber das Konzept erarbeitet und umgesetzt, im laufenden Genehmigungsverfahren der Stadt innerhalb von zwei Wochen den sechs Meter hohen rot-weißen Leuchtturm selbst gebaut. „Die Konstruktion besteht aus drei Teilen“, erklärt er. „Wenn Hochwasser droht, ist sie in drei Stunden abgebaut.“ Inzwischen hat der Turm auch noch den Ableger an der Offenbacher Hafentreppe.

„Ursprünglich wollte ich 2009 ein Eiscafé an der Bürgeler Schiffsanlegestelle aufmachen“, sagt Lösel. „Eisverkauf ist etwas Sympathisches und macht den Leuten Freude.“ Angesichts von aufwändigen lebensmittelrechtlichen Bestimmungen speckte er das Konzept deutlich ab, kooperierte mit einem Hersteller von verpacktem Speiseeis, erweiterte das Angebot noch um gängige sowie um kultige alkoholfreie Getränke.

„Anfangs hatten die Nachbarn Angst, dass hier eine Art neue Trinkhalle hinkommt“, sagt Lösel. Doch seine Kioskgastronomie hat es nicht auf Herren mit Durst auf Alkoholisches und Stehvermögen abgesehen, sondern zielt auf Familien, Radfahrer und Spaziergänger ab, die sich erfrischen wollen. Die dürfen auch gerne länger in den Liegestühlen sitzen bleiben.

Leuchtturm zieht auch Bootsfahrer an

Und das wird inzwischen auch wahrgenommen. Längst ist es nicht mehr nur die Laufkundschaft, die hier ihr Eis auspackt. Der Mainturm zieht auch Leute an, die dort in den Liegestühlen am Mainufer unter schattigen Bäumen mit Blick aufs Wasser für ein oder zwei Stunden entspannen wollen.

„Bei uns kann es sich auch die fünfköpfige Familie leisten, sich an den Main zu legen, Eis zu essen und etwas zu trinken“, sagt Roland Lösel, „und so nah wie bei uns hat man keine Sitzgelegenheit mit Getränkeservice am Wasser.“

Der weithin sichtbare Leuchtturm zieht auch die Bootsfahrer an. „Bei uns legen viele kleinere Sportboote an. Die Erwachsenen füllen hier ihren Getränkevorrat auf und kaufen ihren Kindern noch ein Eis.“

Die Bewohner des Stadtteils Bürgel haben ihre anfängliche Skepsis längst überwunden. „Viele Bürgeler sind inzwischen stolz auf ihren Leuchtturm. Wir sind schließlich eine der wenigen Städte ohne Küstenlinie, die so etwas haben.“

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