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Offenbach Kultur an ungewöhnlichen Orten

Das Programm für die Konzertreihe „Senza-Piano“ und die Vortragsreihe „Ariadnes Fäden“ steht. Wir geben Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Veranstaltungen.

Ganz oben spielt die Musik: Die Zentrale der Offenbacher Sparkasse am Marktplatz. Foto: Stadt Offenbach

Die breite Fensterfront gibt den Blick nach Westen frei. Stünde nicht das knapp 70 Meter hohe Stadthaus im Weg, man könnte wohl vom fünften Stock der Zentrale der Offenbacher Sparkasse am Marktplatz aus bis weit in die Nachbarstadt Frankfurt blicken. Doch auch so ist das Panorama im Konferenzraum der Bank beeindruckend. Durch die rechte Bildhälfte zieht sich die Berliner Straße, wie eine Schlucht zwischen den hochaufragenden Zweckbauten zu beiden Seiten. Links zeigt sich das Gassengewirr der Einkaufszone. Als hätte jemand die Urbanität der Innenstadt in einem Gemälde festhalten wollen.

Die Aussicht wird ab Mai wieder die Kulisse für eine Konzertreihe bilden. Zum mittlerweile achten Mal laden das Offenbacher Amt für Kultur- und Sportmanagement und die Kulturstiftung der Offenbacher Sparkasse zu klassischer Musik in den Konferenzraum der Sparkasse. „Senza Piano“ nennt sich das Programm, das aus vier Konzerten, die von Mai bis November stattfinden sollen, besteht.

„Ich will mich nicht versteifen, aber ich glaube, das wir den höchsten Konzertsaal in der Region haben“, sagt Ralph Philipp Ziegler, Leiter des Amtes für Kultur- und Sportmanagement. Der Ausblick ist reizvoll, ansonsten aber ist der Saal auf den ersten Blick eigentlich nicht unbedingt für Konzerte geeignet. Viel Glas, viel Holz, keine guten Voraussetzungen für die Akustik. „Wenn man einem Musiker ein Foto des Raumes zeigen würde, würde er wohl sagen: Hier kann man nicht spielen“, so Ziegler.

Trotz dieses vermeintlichen Nachteils, hat sich die „Senza Piano“ mittlerweile im Offenbacher Veranstaltungskalender etabliert. „Ich kann sagen, dass wir ein Stammpublikum haben“, sagt Werner Schwind, Vorstandsmitglied der Offenbacher Sparkasse. Für 60 bis 65 Besucher wird der Saal an Konzertabenden bestuhlt. Doch oft käme es vor, dass man weitere Stühle für spontane Gäste herbeischaffen müsse. Und auch bei den Musikern genieße der Saal inzwischen einen guten Ruf, bestätigt Ralph Philipp Ziegler. Es hätten sogar schon Künstler angefragt, ob sie im Konferenzraum über der Stadt CDs aufnehmen dürften.

Vorträge im Lili-Tempel

„Wir haben besondere Orte, an die die Leute gerne kommen“, betont Ziegler. Neben dem Konferenzraum der Sparkasse ist das insbesondere der Metzlersche Badetempel, im Volksmund Lili-Tempel genannt. Dort startet gut anderthalb Monate nach dem Auftaktkonzert von „Senza Piano“ die zweite von Kulturamt und Sparkassenstiftung organisiert Kulturreihe. Bei „Ariadnes Fäden“ steht indes das gesprochene Wort im Vordergrund.

„Außergewöhnliche Veranstaltungen zu ungewöhnlichen Themen mit besonderen Menschen“ verspricht das Programm. Geplant sind drei Vorträge für die eigens das im Privatbesitz befindliche ehemalige Badehaus geöffnet wird. Allerdings werden in diesem Jahr nur rund 24 statt wie bisher 32 Zuhörer bei den Vorträgen Platz finden.

Gut 12 000 Euro kosten beide Veranstaltungsreihen. Die Hälfte davon übernimmt die Sparkassen-Stiftung, deren Engagement für die Kultur in Offenbach auch Oberbürgermeister und Kulturdezernent Horst Schneider lobt: „Wir sind eine arme Stadt, die in den letzten Jahrzehnten einen kulturellen Kahlschlag vertragen musste.“ Die beiden Veranstaltungsreihen seien daher „kulturelle Highlights“.

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