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Offenbach Klinikum trennt sich von Geschäftsführer

Zu schlechte Zahlen: Der Geschäftsführer des Offenbacher Klinikums Hans-Ulrich Schmidt verliert seinen Job. Mit einem neuerlichen Zuschuss will die Stadt das Krankenhaus vor der Insolvenz bewahren.

14.07.2011 17:05
Angelika Ohliger
Der Neubau des Offenbacher Klinikums. Foto: Andreas Arnold

Die ungewisse Zukunft des Klinikums geht ohne ihn weiter: Geschäftsführer Hans-Ulrich Schmidt verlässt das Haus. Er bekommt die Quittung dafür, dass trotz steigender Patientenzahlen die Erlöse des Krankenhauses hinter den Erwartungen zurückbleiben.

Um zu verhindern, dass das Offenbacher Klinikum zahlungsunfähig wird, hat der Magistrat gestern einer weiteren städtischen Finanzspritze zugestimmt. Nach der Aufstockung des Eigenkapitals in Höhe von 30 Millionen Euro Ende vergangenen Jahres soll die Stadt jetzt eine zusätzliche Einlage in Höhe von wiederum 30 Millionen Euro leisten. Die Stadtverordneten müssen dem Vorhaben in der ersten Sitzung nach der Sommerpause am 18. August zustimmen. Die Zeit ist knapp. „Spätestens zum 31. August wäre das Eigenkapital des Klinikums aufgebraucht“, sagte Michael Beseler (SPD), Stadtkämmerer und Aufsichtsratsvorsitzender der Klinikum-Gesellschaft.

Geschäftsbesorger gesucht

Als wesentliche Ursachen für die schlechte Entwicklung nennt Beseler die „ungerechtfertigten Kürzungen der Leistungsentgelte für Krankenhäuser im Zuge der Gesundheitsreform“ und die Belastungen durch Abschreibungen und Zinsen für den Neubau.

In den vergangenen Wochen und Monaten seien intensive Gespräche „auf allen“ Ebenen geführt worden, berichtete Beseler am Mittwoch nach dem Magistratsbeschluss. Nach einer Analyse dieser Gespräche habe auch Geschäftsführer Schmidt „eine personelle Neuausrichtung verbunden mit seiner Abberufung als Geschäftsführer angeregt“.

Das Management des Klinikums muss nach Ansicht des Kämmerers kurzfristig neu geordnet werden, um die wirtschaftliche Entwicklung so schnell wie möglich nach vorne zu bringen. Als ersten Schritt will er einen Geschäftsbesorger ins Haus holen, der Erfahrung mit dem Betrieb kommunaler Krankenhäuser hat. Einen möglichen Namen nannte er noch nicht. Denkbar wäre eine entsprechende Zusammenarbeit mit der kommunalen Krankenhausgruppe Vivantes in Berlin.

Das Klinikum hatte schon einmal einen Geschäftsversorgungsvertrag abgeschlossen, nachdem es in schwieriges Fahrwasser geraten war. Vertragspartner für drei Jahre (2003 bis 2006) waren damals die Horst-Schmidt-Kliniken (HSK) in Wiesbaden. Zunächst führte HSK-Geschäftsführer Holger Strehlau-Schwoll das Offenbacher Haus mit, abgelöst von Hans-Ulrich Schmidt, der zunächst noch auf der Gehaltsliste der HSK gestanden hatte.

Der künftige Geschäftsbesorger soll sich nach dem Willen Beselers auch auf die Suche nach einem Partner machen. Schmidt werde im Amt bleiben, bis der Geschäftsbesorger gefunden ist.

Auch nach seinem Ausscheiden werde Schmidt seinem Nachfolger wie auch dem Aufsichtsratsvorsitzenden zur Beratung zur Verfügung stehen.

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