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Offenbach Klingspor-Museum Über schöne Formen abstimmen

Der Deutscher Designer Club präsentiert im Klingspor-Museum eine Ausstellung über gute Gestaltung. Besucher können sich dabei persönlich einbringen.

"Gute Gestaltung" ist im Klingspor-Museum zu sehen. Foto: Sascha Rheker

Der Deutscher Designer Club präsentiert im Klingspor-Museum eine Ausstellung über gute Gestaltung. Besucher können sich dabei persönlich einbringen.

Der Geschäftsbericht der Deutschen Post sieht aus wie ein Päckchen. Genauso graubraun wie Paketpapier, mit gelben Streifen, so gelb wie Briefkästen. Er lässt sich aufklappen wie ein bei der Post erworbener Faltkarton. Der Deutsche Designer Club (DDC) zeichnete den Geschäftsbericht daher bei seinem jährlichen Wettbewerb mit einer Goldmedaille aus. „Die Formensprache der Post ist gut übersetzt, es gibt gute Grafiken, es wird mit der Haptik dessen gearbeitet, was sie verschicken“, erklärt DDC-Vorstandssprecher Michael Eibes, warum das Design so gelungen ist.

Wie gute Gestaltung aussieht, das können Besucher jetzt bei der Ausstellung im Klingspor-Museum selbst sehen. DDC präsentiert dort 160 Siegerarbeiten von 500 Einsendungen aus dem vergangenen Jahr. „Wir wollen ein Kompendium guter Gestaltung zeigen, um zu vermitteln, auf welch hohem Niveau gearbeitet wird“, sagt Eibes. Gutes Design soll also unters Volk getragen werden. Eibes erledigt die Vorstandsarbeit bei DDC wie die anderen Vorstandsmitglieder ehrenamtlich und ist im Hauptberuf Kommunikationsdesigner.

Wahrheit ist nicht prüfbar

Neu in die Bewertung aufgenommen wurden Corporate Design und Geschäftsberichte. DDC hat mit Kollegen aus der Schweiz 22 Kriterien zur Beurteilung guten Designs bei Geschäftsberichten aufgestellt. Geprüft wird jetzt, ob die Grafiken nicht verzerrt, die Ausstattung übersichtlich und, na ja, die Gestaltung schön ist. Nur über die Wahrhaftigkeit von Geschäftsberichten kann keine Aussage getroffen werden. „Die können wir nicht prüfen“, sagt Eibes.

Was gute Gestaltung letztendlich ist, ist das, was die Jury auswählt. Die ihr angehörenden Architekten, Fotografen, Designer und andere aus verwandten Berufen haben einen Kriterienkatalog zu Inhalt, Qualität, Ausführung, Idee und mehr entwickelt. Da ist etwa Plakatwerbung von Matchbox, die sich auf den Fotos in die Perspektive auf dem Boden spielender Kinder begibt. Sockelleiste, Tapete mit Steckdose oder der untere Teil der Heizung sind großformatig in der Straßenwerbung abgebildet. In der Realität fahren oder stehen Autos davor und sehen aus wie Matchboxautos. DDC vergab Silber.

Einen Award erhielt Wikipedia, das mit griffigen Texten wie „5500 Antworten pro Sekunde. Noch Fragen“ um Nutzer wirbt. Der Text ist blau unterlegt wie in einem Schreibprogramm, bevor der Nutzer auf „Copy“ drückt. Es gibt auch Coca-Cola-Reklame zu sehen, eigentlich nur ein kleines Eckchen davon, aber der Wiedererkennungseffekt ist da, unverkennbar das Rot und die Schleife des Schriftzugs. Für Eibes ist der Renner ein Klappboot, das auch als Rucksack genutzt werden kann, gestaltet von der Züricher Hochschule der Künste.

Was Besucher für gute Gestaltung halten, können sie erstmals in Offenbach in einer digitalen Wahlkabine per Smartphone oder über Twitter angeben. Der Sieger wird dann öffentlich bekanntgegeben.

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