Lade Inhalte...

Offenbach Imker Von Bienen betört

Barbara und Christina Ott sind Hobbyimkerinnen aus Leidenschaft. Die Schwestern haben 25 Bienenvölker. 150 Kilo Honig haben sie 2013 geerntet. Sie verkaufen ihn übe den Imkerverein, Märkte und Kollegen.

Die Imkerinnen Christina (links) und Barbara Ott an den Bienenstöcken in ihrem Garten in Rumpenheim. Foto: Sascha Rheker

Eigentlich sollte sie ja nur Mittel zum Zweck sein, die Imkerei. Und zwar nicht zum Zweck des Honigerntens, sondern als Motivation, häufiger in den etwas außerhalb gelegenen eigenen Garten zu gehen. Dachten sich Barbara und Christina Ott vor einigen Jahren. Und meldeten sich deshalb 2009 fürs Probeimkern beim Offenbacher Imkerverein an. Dass es dann auch eigenen Honig geben würde – nun, auch nicht schlecht.

Aber dann kam alles ganz anders. „Erst hast du die Bienen, dann haben sie dich“, beschreibt Barbara Ott, was geschah. Heute haben die Schwestern 25 Bienenvölker: 15 sogenannte Wirtschaftsvölker, die Honig produzieren, und zehn Jungvölker. „Das ist jetzt aber ein bisschen viel“, sagt Barbara Ott.

Insbesondere die Jungvölker werden weitergegeben. Sie müssen regelmäßig aus den bestehenden Völkern gebildet werden, damit diese nicht ausschwärmen, wenn’s zu eng wird im Stock. Schwärmen sie aus, sind sie im Normalfall nämlich weg.

Als offizielle Schwarmfängerinnen registriert

Dass die Rumpenheimerinnen für das Bienenhalten wie geschaffen sind, hat sich gleich am Anfang ihrer Probeimker-Phase gezeigt: Sie saßen eines Frühlingstags beim Essen, als sie im Hof etwas bemerkten, das nach „tieffliegenden Mücken“ aussah, wie sich Barbara Ott erinnert. Aber es war ein Bienenschwarm, „der da bei uns im Baum landete“. Die Jungimkerinnen nahmen nicht Reißaus, sondern machten sich beherzt an die Arbeit, und es gelang ihnen, die Tiere einzufangen.

Kein Wunder also, dass sie heute, als erfahrene Imkerinnen, als offizielle Schwarmfängerinnen registriert sind. Das heißt: Sie werden zum Beispiel von Feuerwehr oder Umweltamt angerufen, wenn irgendwo ein Schwarm aufgegriffen werden muss. Das Schöne daran: Wer einen fängt, darf ihn behalten. Es sei denn, der Imker, dem sie entflogen sind, ist seinen Ausreißern direkt auf den Fersen.

Um so kundige Fachfrauen zu werden, haben die beiden sich „richtig reingekniet“, so Barbara Ott. Ihre Schwester hat in den Folgejahren die nächsten Probeimker betreut, „wodurch man selbst noch dazulernt“. Sie selbst organisiert den Tag der offenen Tür des Vereins.

Lehrgänge absolviert

Beide haben zudem Lehrgänge absolviert und jede Menge Fachliteratur studiert. Was ihnen so sehr an der Bienenhaltung gefällt? „Alles“, lacht Barbara Ott. Und das, obwohl trotz Schutzmaßnahmen wie Kleidung und Räuchern Stiche nicht zu vermeiden sind. „15 bis 20 im Jahr“, schätzt die 41-Jährige, bekomme sie ab. Damit müsse man sich arrangieren und vor allem „Ruhe bewahren“.

Zum Trost gibt es massenweise Süßes: Mit sieben Völkern haben sie beispielsweise in einem Jahr 150 Kilo Honig geerntet. Den verkaufen sie auch: über den Verein, Märkte oder auch Kollegen. „Wir machen auch Gewürzhonig, mit Vanille, Zimt oder Lebkuchengewürz“, erzählt Barbara Ott. Und ist mächtig stolz: „Der kommt sehr gut an“.

Ihre Schwester ergänzt: „Wir backen auch viel mit Honig, experimentieren damit, den Zucker zu ersetzen“. Aus diesen Versuchen soll auch einmal ein Buch entstehen.

Dank der intensiven Beschäftigung mit dem Thema soll Christina Ott demnächst auch zur amtlichen Bienensachverständigen ernannt werden. Dann wird die 47-Jährige andere Imker zur Bienengesundheit beraten und „als verlängerter Arm des Veterinäramts“ fungieren. Ehrenamtlich, wohlgemerkt.

Apropos: Barbara und Christina Ott sind keine Privatiers, die sich ganz ihrem Hobby widmen können.

Saisongeschäft

Sie haben beide fordernde Stellen bei der Stadtverwaltung. „Um die Bienen kümmern wir uns am Wochenende“, sagt Barbara Ott. „Ein Tag, das genügt“, versichert sie. Manchmal sei das Imkerleben etwas arbeitsintensiver, zum Beispiel zur Honigzeit. Auch sei es ja ein Saisongeschäft: Nur von März bis Ende Juli stehen die Bienen im Mittelpunkt.

Was ein guter Imker mitbringen muss? „Die Fähigkeit zu innerer Ruhe“, sagt Barbara Ott. Und ihre Schwester ergänzt: „Wissensdurst gehört dazu. Und gerne in die Natur zu gehen.“ Wer zimperlich ist, ist in der Imkerei fehl am Platz: „Eklig ist es auch manchmal, da darf man nicht empfindlich sein.“

Lesen Sie weitere Berichte aus Offenbach

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum