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Offenbach Haus des Jugendrechts wird bald eröffnet

Das neue Offenbacher Haus des Jugendrechts soll bis Jahresende seinen Betrieb aufnehmen. Die Erwartungen sind hoch.

Offenbach. Goldpfeil Haus. TAGESHONORAR
Foto: Renate Hoyer (Renate Hoyer)

Bis Jahresende soll in der Offenbacher Innenstadt ein Haus des Jugendrechts eröffnet werden. Die Erwartungen an die Einrichtung, in der Staatsanwaltschaft, Polizei, Jugendgerichtshilfe, Jugendrichter und die Täter-Opfer-Vermittlungsstelle der Diakonie Darmstadt unter einem Dach zusammenarbeiten, sind hoch. Die Ermittlungsverfahren sollen dank kurzer Kommunikationswege zügiger abgewickelt und junge Straffällige zeitnah mit ihren Taten konfrontiert werden.

Amtsgerichtspräsident Stefan Mohr sagte, er sei begeistert, dass nach Wiesbaden und Frankfurt (dort gibt es zwei Häuser) das vierte Haus hessenweit in Offenbach entstehe. Die Erfahrungen in den beiden Städten hätten gezeigt, dass die räumliche Nähe der Behörden zu einer deutlichen Beschleunigung der Verfahren führe. „Eine schnelle Reaktion“ sei wichtig, damit Jugendliche erkennen könnten, dass es einen direkten Bezug zwischen Fehlverhalten und Bestrafung gebe, so Mohr.

Angesiedelt wird das Haus des Jugendrechts im ehemaligen Goldpfeil-Gebäude an der Kaiserstraße 39. Das Land hat in der ehemaligen Fabrik des 2008 in Insolvenz gegangenen Lederwarenherstellers 1900 Quadratmeter angemietet. 340 Quadratmeter stünden der Staatsanwaltschaft zur Verfügung, teilte René Brosius, Pressesprecher des hessischen Justizministeriums, mit.

20 Beschäftigte

Nach seinen Angaben ist die Anmietungsfläche so groß, weil die Polizei die Immobilie noch für weitere Zwecke nutzen möchte. In dem Komplex sind bereits drei städtische Ämter untergebracht, das Bürgerbüro wird Anfang nächster Woche dort einziehen. Die Stadt hatte mitgeteilt, eine Miete von 10,50 Euro je Quadratmeter zu zahlen.

Brosius zufolge richtet die Staatsanwaltschaft insgesamt 5,5 Stellen für das Haus des Jugendrechts ein, die Polizei soll dort mit rund 20 Beschäftigten vertreten sein. Die halbe Stelle der Diakonie finanziert die Stadt, die Justiz übernimmt die Kosten für die Ausstattung und die Raummiete.

Die Offenbacher Staatsanwältin Natascha Maiza gab die Zahl der im Monat zu bearbeitenden Fälle mit 100 bis 200 an. Auch Verfahren gegen Mehrfach-Intensivtäter sollten im Haus des Jugendrechts geführt werden. Kleinere Drogendelikte werden dort ebenfalls bearbeitet werden. Der Ministeriumssprecher teilte mit, in Hessen seien drei weitere Häuser in Planung.

Die Offenbacher SPD begrüßte zwar das Vorhaben. Aber die Genossen sind verärgert über Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU), weil diese bei einem Besuch der in Umbau befindlichen Räume Ende September behauptet habe, erst die Koalition aus CDU, Grünen, FDP und Freien Wählern habe die Notwendigkeit einer solchen Einrichtung erkannt.

Er habe zwar Verständnis dafür, dass die Ministerin Wahlkampf betreibe, „aber richtig müssen die Informationen schon sein“, verlangte SPD-Fraktionsvorsitzender Martin Wilhelm. Tatsächlich sei die Idee zu einem Haus des Jugendrechts bereits in der Koalition aus SPD, Grünen und Freien Wählern diskutiert worden, 2016 habe die SPD einen entsprechenden Antrag gestellt.

Falsch sei auch die Aussage der Ministerin das Projekt habe sich verzögert, weil es in Offenbach keine Jugendgerichtshilfe gebe. „Die gibt es natürlich“, korrigierte Wilhelm die Politikerin.

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