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Offenbach Für den Frieden nach 1945 und heute

Gedenktag am 8. Mai als Tag der Befreiung von Nationalsozialismus und Krieg. Der frühere Oberbürgermeister Buckpesch und das Mitglied der Offenbacher Friedensinitiative Coppik reden.

Er soll richtig groß gefeiert werden, der 70. Jahrestag vom Ende des Zweiten Weltkriegs. Und dass die Deutschen damals von Terrorherrschaft und Zerstörung befreit wurden, daran lassen die Initiatoren rund um die Geschichtswerkstatt Offenbach keinen Zweifel. Titel des mehrtägigen Gedenkens in der Stadt ist „8. Mai 1945: Befreiung - Was sonst?“. Das legt nahe, wo das Fest gefeiert wird: Auf dem Platz des 8. Mai 1945, das ist das Areal vor dem Deutschen Ledermuseum in der Frankfurter Straße.

Der Platz wurde für Kundgebung und Open-Air-Fest ausgewählt, um auch daran zu erinnern, wie die Geschichte des Zweiten Weltkriegs in Offenbach aufgearbeitet wurde. Der Platz erhielt vor genau 30 Jahren, also am 8. Mai 1985, seinen Namen, nachdem die Initiative 8. Mai sich lange dafür eingesetzt hatte. Damit sollte im Gedächtnis bleiben, dass im Gestapo-Gefängnis nebenan – heute steht dort der Sitz der Industrie- und Handelskammer – Gräuel passiert sind, an die nur noch eine kleine Gedenktafel erinnert. Einige der Redner, die 1985 bei Eröffnung des Platzes sprachen, stehen auch 2015 am Mikrophon: Der frühere Oberbürgermeister Walter Buckpesch, der aus der Wehrmacht desertiert war, und das Mitglied der Offenbacher Friedensinitiative Manfred Coppik.

Fest des Friedens

Der Jahrestag ist nicht nur als Gedenken an längst Vergangenes konzipiert. Die Geschichtswerkstatt, die Naturfreunde, Gewerkschaften und Kirchen, die den Gedenktag maßgeblich organisieren, wünschen ihn als Fest des Friedens, der Freiheit und Solidarität, gegen Rassismus, Antisemitismus und Fremdenhass, als ein Fest für die Gegenwart. „Wir beziehen uns auf Heute und setzen uns für den Frieden in der Welt ein“, sagt Barbara Leissing von der Geschichtswerkstatt. Ein breites Bündnis kirchlicher, weltanschaulicher und politischer Gruppen, zu denen auch die Griechische Gemeinde und der Freundschaftsverein Türkei gehören, unterstützt den Aufruf zum Fest. „Das bedeutet, dass die Offenbacher Gesellschaft den Gedenktag im positiven Konsens begeht“, erklärt Leissing.

Die Feierlichkeiten beginnen am Donnerstag, 7. Mai, um 19 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Kirche St. Paul in der Kaiserstraße. Am Freitag, 8. Mai, um 17 Uhr ist ein Friedensmarsch vom Aliceplatz zum Platz des 8. Mai 1945 mit dortiger Kundgebung vorgesehen.

Von 18 Uhr an sprechen neben Buckpesch und Coppik auch Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD), die DGB-Geschäftsführerin Ulrike Eifler, die evangelische Dekanin Eva Reiß und ein Sprecher von Pax Christi. Im Anschluss an die Kundgebung soll bis 22 Uhr ein fröhliches Open-Air-Konzert steigen. Auf der Bühne stehen die Maurice-Burner Band, der Chor Sazdan Söze korosu und die Hip-Hop-Gruppe Ohne Fronten.

Am Sonntag, 10. Mai, kommen in Erzählcafé im Deutschen Ledermuseum unter dem Motto „Zeitzeugen und Zeitzeugnisse“ Zeitzeugen zusammen. Unter der Gesprächsleitung von Gabriele Hauschke-Wicklaus, Angelika Amborn-Morgenstern und Günter Burkart von der Geschichtswerkstatt erzählen 14 Personen, wie sie das Kriegsende erlebt haben. Die Zeitzeugen haben sich auf Zeitungsaufrufe gemeldet. Eine Ausstellung mit Zeitungsartikeln und Fotos wird präsentiert und aus Tagebüchern vorgelesen.

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