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Offenbach Frauen zum Erfolg führen

Das Offenbacher Beratungsunternehmen KIZ Sinnova hilft Frauen, Gründerin zu werden oder den Traumjob zu finden.

Auch junge Frauen wollen Berufe, die zu ihnen passen. Foto: Monika Müller

Gabriele Möhlke ist überzeugt davon, dass die Welt nicht genderneutral ist und dass Frauen andere Unterstützung als Männer brauchen, um in der Arbeitswelt Fuß zu fassen. So bräuchten Frauen etwa eine andere Lernumgebung, die Gefühlen und Intuition ebenso Raum gibt wie dem Wissen.

Deshalb ist Möhlke auch die Vorstandsvorsitzende des Vereins Social Business Women (SBW), der ausschließlich Frauen in schwierigen Lebensumständen hilft, berufstätig zu sein und das erfolgreich. Die besondere Gründungsidee ist, dass Frauen Frauen unterstützen und auch einen Bankkredit zu vermitteln, wenn die Teilnehmerinnen ein Unternehmen gründen möchten.

Seit Sommer 2014 kooperiert SBW mit dem Offenbacher Beratungsunternehmen KIZ Sinnova, damit auch Frauen in Offenbach diese andere Lernumgebung und die für Frauen zugeschnittene Mischung aus „Hard facts“ und „Soft skills“ in der Beratung erhalten. „Ich bin beeindruckt, wie sehr das Programm den Nerv der Zeit trifft“, sagt KIZ Sinnova-Geschäftsführerin Petra Bünz. Denn obwohl viele Frauen gut ausgebildet seien, benötigten sie Hilfe, den passenden Beruf zu finden.

„Das große Thema der Frauen ist der Mangel an Selbstbewusstsein trotz ihrer vielen Kompetenzen“, sagt Bünz. Die erste Bilanz der nun einjährigen Arbeit am Offenbacher Standort beweise, dass das Konzept richtig sei. „Inzwischen kommen die Frauen über Mundpropaganda zu uns“, sagt sie, ein Umstand, der sie besonders freue. Denn alle Coaches und Betreuerinnen seien eben „mit Herzblut dabei“.

Sigrid Knorr, 59, ist eine der Frauen, die es mit Hilfe des SBW-Programms geschafft hat. Nach einer gesundheitlichen Krise sei ihr klar geworden, dass sie sich beruflich verändern müsse. Seit gestern ist die frühere Projektleiterin in einem großen IT-Unternehmen offiziell selbstständige Unternehmerin. Ihre Tätigkeit besteht darin, Nachwuchskräfte in den ersten Berufsjahren zu unterstützen. Zu ihren Kunden zählen die Young Professionals, also junge Berufseinsteiger mit Hochschulabschluss und einigen Monaten Berufserfahrung, die eine Stelle finden möchten, die besser zu ihnen passt. Es sind aber auch Unternehmen, die sich für Wege interessieren, wie sie die Young Professionals halten können.

Knorr gehört zu den Frauen, die den Gründerinnenkredit in Anspruch nehmen. Sie sagt: „Ich bin zuversichtlich auch, weil ich in den nächsten drei Jahren begleitet werde.“ KIZ bietet in den ersten drei Jahren der Selbstständigkeit eine individuelle betriebswirtschaftliche Beratung.

Auch Heidi Bürger, 54, hat ihr berufliches Glück durch SBW gefunden, aber anders als zunächst gedacht. Nachdem sie ebenfalls krankheitsbedingt sich neu orientieren musste, wandte sie sich an KIZ Sinnova in der Erwartung, Gründerin zu werden. Aber die Beratungen haben gezeigt, dass das gar nicht ihr Ding ist. Nun ist sie angestellt bei einem Junggründer im Ostpol. Der erforscht und verkauft Klebestoffe und Silikon und sie ist dort für Marketing und Vertrieb zuständig.

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