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OFfenbach „Es gibt jede Menge zu tun“

Ehrenamtliche Flüchtlingshelfer können sich bei „Offenbach hilft“ engagieren.

Die Erstaufnahmestelle in der Kaiserleistraße soll zum 30. April geschlossen werden. Foto: Monika Müller

Aus der Stabsstelle „Ehrenamtliche Flüchtlingshilfe“ wird „Offenbach hilft“. Anderer Name, gleiches Konzept: Es soll darum gehen, freiwilliges Engagement für die Stadtgesellschaft zu rekrutieren.

„Die Hilfsbereitschaft für die in der Offenbacher Erstaufnahmeeinrichtung des Landes untergebrachten Flüchtlinge war überwältigend“, sagt Sigrid Jakob von der Stabsstelle. Doch nun steht eine gewichtige Veränderung an: der Betreibervertrag des Landes mit dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) über die Erstaufnahmeeinrichtung in der Kaiserleistraße wird zum 30. April gekündigt. „Das läuft auf eine Schließung hinaus“, sagt Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) am Mittwochabend im Kulturzentrum Hafen 2. Fast 40 Besucher, die sich ehrenamtlich für Flüchtlinge engagiert haben, sind gekommen.

„Es geht nicht darum, die Leute einfach auf andere Projekte umzupolen“, sagt Jakob, „wir möchten die, die sich engagiert haben, abholen und ihnen andere Möglichkeiten aufweisen.“ Die erste Maßnahme ist daher die Umbenennung der Stabsstelle. Sie bleibt jedoch weiterhin beim Freiwilligenzentrum der Stadt angesiedelt.

Spätestens Anfang Mai soll es einen Internetauftritt von „Offenbach hilft“ auf der städtischen Homepage geben. „Wir haben die Seite mit ‚Engagement für Integration‘ überschrieben“, sagt Monika Pröse von der Stabsstelle, „Integration sehen wir als unseren Auftrag an.“

„Menschen und Sachmittel stehen zur Verfügung, es wäre ein Jammer, wenn das große Engagement nicht weitergeführt werden könnte“, sagt Oberbürgermeister Schneider. In Offenbach gebe es noch viele Menschen, die der Unterstützung durch Freiwillige bedürften. „Es gibt hier noch jede Menge zu tun“, sagt er.

Manche Projekte verändert fortgeführt

Manche Freiwillige haben schon konkrete Ideen, wie sie ihre Projekte fortführen oder verändern können. Dennoch ist unter den Besuchern auch Wehmut zu verspüren, dass die seit November begonnenen Projekte nun nicht mehr unverändert fortgeführt werden können. „Die Stimmung etwa bei unserem Kinoabend für Flüchtlinge war unvergleichlich“, sagt Alexander Braun vom Hafen 2. Teils seien 200 Afghanen dabei gewesen und nur zwei Offenbacher. „Da wurde im Anschluss noch getanzt zur Musik aus den Handys“, sagt er. Der Hafen 2 wolle diese und andere Veranstaltungen für Flüchtlinge weiterführen, Einzugsgebiet sei ab sofort der Kreis und Frankfurt.

Auch die Initiative Gastmahl, bei der Flüchtlinge von Offenbachern nach Hause zum Essen eingeladen wurden, will ihr Engagement verändert fortführen. „Wir möchten gern die Gastmahl-Aktion in Richtung Obdachlose umleiten, um eine Suppenküche aufzubauen“, sagt Muhammad Yaqoob von der Ahmadiyya-Gemeinde.

Auf bereits bestehende Formen des Engagements weist Anette Bacher von der Caritas hin, etwa die Formularhilfe, die Familienpaten oder Hilfen für junge Mütter. „Wir haben hier so viele, die Hilfe benötigen: Migranten, Senioren, Familien“, sagt sie, „es wäre schade, wenn das große Engagement versiegen würde, nur weil nun keine Flüchtlinge mehr nach Offenbach kommen.“

Ideen für Projekte und Kontaktdaten können an das Freiwilligenzentrum unter E-Mail info-fluechtlinge@fzof.de gesendet werden.

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