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Offenbach Die Wilden Kerle warten schon

Die Grundschule Bieber bekommt am Standort Waldhof die erste Schulbibliothek der Stadt. Es soll nicht die letzte Schulbibliothek sein.

Einfriges Probeschmökern fürs Foto: Die Schulbibliothek in Waldhof wird aber erst in knapp zwei Wochen eröffnet. Foto: Monika Müller

Pippi Langstrumpf ist schon da. Die Wilden Kerle auch. Und Bürgermeister Peter Schneider? Dem hat es „Das verborgene Reich der Pinguine“ besonders angetan. Zwar sind die meisten Regale in der neuen Schulbibliothek in der Außenstelle der Grundschule Bieber in Waldhof noch leer, aber zum Blättern und Schmöckern lässt sich hier schon allerhand finden.

Verantwortlich für die bunte Auswahl ist die Stadtbibliothek. Peter Schneider und Schulleiter Klaus-Peter Ehlert haben dafür einen Kooperationsvertrag geschlossen mit dem Ziel, eine eigene Schulbibliothek einzurichten, zuerst am Standort Waldhof, später in Bieber. Es ist die erste Kooperation dieser Art mit einer Schule. Es soll nicht die letzte sein.

Die Grundschule in Bieber-Waldhof ist ein Pilotprojekt. „Es ist die Aufgabe der Stadt, im Bereich Bildung alles möglich zu machen“, sagt Schuldezernent Schneider (Grüne). Bibliotheken dürften nicht warten, dass ein Leser hereinspaziert, das gelte erst recht für Kinder. Die Berufsbildenden Schulen Theodor Heuss und Käthe Kollwitz stehen als nächstes auf der Liste, beide verfügen bereits über ein gemeinsames Medienzentrum. Die Kooperation wird hier daher etwas anders aussehen als in Waldhof.

Denn hier hatten drei Stadtbibliothekare bei Aufbau und Gestaltung der Schulbücherei freie Hand. „Wir haben uns von Anfang an mit der Schule abgestimmt, was gewünscht und gebraucht wird, damit die Bücher auch zu den Lehrplänen passen“, sagt Sylvia Beiser, Leiterin der Stadtbibliothek. „Wir Lehrer profitieren von dem Knowhow der Bibliothekare“, ergänzt Schulleiter Ehlert. „Wir wissen ja nicht, was wichtig ist in der Bibliothek.“

Daher durften die Stadtbibliothekare die Schulbücherei auch gleich noch mit Mobiliar ausstatten. Lesetische mit Hockern, große Sitzsäcke und eine noch größere Lümmeltreppe, die Sylvia Beiser Lesepodest nennt, finden sich in dem hellen Raum im Erdgeschoss. Gezimmert hat das gemütliche Möbelstück ein Umschüler der Stadtbibliothek, der gelernter Schreiner ist. Bezahlt wurden Bücher und Mobiliar aus dem Budget der Grundschule.

Die Bücher sind nach Themen geordnet: Comic und Geschichte, Experimente und Abenteuer, Gefühle und Erde. Jedes Gebiet hat sein eigenes Piktogramm, dafür wurden extra Lizenzen gekauft. „Auf diese Weise können Kinder, die die deutsche Sprache noch nicht so gut sprechen oder noch nicht so gut lesen können, das Buch schneller finden“, erklärt Beiser. 70 Prozent der Grundschüler in Waldhof sprechen eine andere Muttersprache als Deutsch.

Die Mitarbeiter der Stadtbibliothek, speziell der Schulbibliothekarischen Arbeitsstelle, werden weitere Bücher anschaffen. „Wenn der neue Drache Kokosnuss rauskommt, bestellen wir davon ein Exemplar mehr“, sagt Beiser. Auch soll es Veranstaltungen zur Leseförderung geben. Zwei Computer mit Zugang zum Online-Katalog der Stadtbibliothek stehen bereit. „So können die Kinder selbst recherchieren, welche Bücher es zu einem Thema gibt und wo sie die in der Schulbibliothek finden“, sagt Beiser.

Ein bisschen müssen sich die Waldhofer Grundschüler aber noch gedulden, denn eröffnet wird ihre Bibliothek erst am 19. Mai, zusammen mit dem neuen Schulgebäude.

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