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Offenbach Die Mobilität der Zukunft

Designprofessor Peter Eckart von der HfG forscht mit anderen daran, wie man die Mobilität im Rhein-Main-Gebiet verbessern kann.

Peter Eckart
Raum für neue Ideen: Peter Eckart im Werkraum neben seinem Büro in der Offenbacher HfG. Foto: Monika Müller

Ein Forschungsprojekt mehrerer Hochschulen soll in den nächsten Jahren Fragen zum Thema Mobilität in der Region beantworten. Die Federführung liegt bei der Hochschule für Gestaltung in Offenbach – und dort unter anderem bei Peter Eckart.

Herr Eckart, Sie forschen zu Mobilitätsdesign im Rhein-Main-Gebiet. Wenn Sie von „Gestaltung“ sprechen, geht es um mehr als um das Aussehen einer S-Bahn-Station, nehme ich an.
Genau. Wenn man sich künftig verstärkt multimodal fortbewegen will, braucht es gut gestaltete Übergänge vom einen zum anderen Verkehrssystem. Diese müssen zunächst mal gut erkennbar sein, es muss sichtbar sein, wie ich vom einen Verkehrsträger zum anderen komme. Dabei ist Gestaltung auch eine Frage der Taktung: Stimmen die Anschlüsse vom einen zum anderen System, und kann ich im Vorhinein über eine Grafik auch erfassen, welchen Zeitaufwand ich habe. Dann geht es natürlich darum: Wirkt der Raum, in dem ich mich bewege, temporär, oder hat das Qualität? Also die Materialien, die Beleuchtung in den Abendstunden, die Sauberkeit und die Informationssysteme. Interessant ist es auch, mit Augmented-Reality-Applikationen zu arbeiten, wo man das digitale System mit dem realen Raum verknüpft.

Können Sie ein Beispiel nennen?
Ich halte mein Telefon vor eine Station, sehe dann auf dem Display den Realraum, wie man ihn auch ohne Handy sieht, und bekomme zusätzlich darin meinen individuellen Weg angezeigt.

Klingt fast utopisch.
Nein, das ist überhaupt nicht weit weg. Aber apropos Utopie: Gerade in Deutschland ist es schwierig, in dem Bereich, über den wir sprechen, Veränderungen zu erzeugen. Das hängt sicherlich damit zusammen, dass hier eine sehr große Affinität zum Automobil herrscht. Dazu kommt der Aspekt Besitzstatus und im Grunde auch eine Angst davor, Gewohnheiten zu verändern.

Für viele ist Mobilität noch immer gleichbedeutend mit dem eigenen Auto. Wenn Parkplätze verschwinden, um für Fußgänger oder Tramlinien Platz zu schaffen, gibt es Protest. Ist das eine Hürde für Ihre Planungen?
Den Autos Raum zu nehmen, ist politisch nicht immer attraktiv oder konsensfähig. Aber wenn wir eine Veränderung wollen, dann brauchen wir einen stärkeren Willen zur Veränderung. Im positiven Sinne heißt das, dass künftig zum Beispiel Kommunen verstärkt zusammenarbeiten. Es werden sich aber auch Privilegien verändern. Am Ende muss da ein politischer Wille geäußert werden, der manchmal auch wehtut. Ein Beispiel ist dieser Fahrradhighway, der von Frankfurt nach Darmstadt führen soll …

… und der Kritikern zufolge einem Flickenteppich gleicht.
Genau. Es ist unfassbar, wie man einen so richtigen Gedanken so kleinhalten kann: Wie man sich dann eben doch nicht richtig traut.

Inwiefern ist das Forschungsprojekt – von den geplanten Befragungen abgesehen – denn rhein-main-spezifisch? Kann man die Erkenntnisse nicht überall anwenden?
Das würden wir uns wünschen! Aber es gibt tatsächlich in Hanau, in Offenbach oder in Wiesbaden viele Projekte, die wir mit unserer Forschung befördern wollen. Wir wollen das Rhein-Main-Gebiet zu einer Vorreiterrolle bringen. Die Region steht einfach für Mobilität und Logistik, und deshalb sehen wir hier durchaus das Potenzial, bei der Gestaltung von Mobilität neue Zeichen zu setzen.

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