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Offenbach Der Baum als Symbol des Lebens

Die Bieberer Künstlerin Heide Köhl stellt ihren Bilderzyklus in der Stadtkirche aus. „Bäume gehören in den Texten der Bibel zu den wichtigsten Symbolen für das Leben“, erklärt Eva Reiß, warum sie Heide Köhls Bilder in der Kirche ausstellt.

29.03.2016 17:58
János Erkens
Heide Köhl malt gerne Bäume. Foto: Monika Müller

Manchmal fängt Heide Köhl einfach an zu malen: Eine Farbe, ein Pinselschlag, eine Struktur von Acryl auf Leinwand. „Aber egal, wie ich anfange – am Ende werden es immer Bäume“, sagt die Bieberer Künstlerin und lacht. Knapp 20 ihrer Gemälde, die ganz unterschiedliche Bäume in ganz unterschiedlichen Stilen zeigen, sind derzeit in der Stadtkirche zu sehen. Dabei hat sich die 74-Jährige ehemalige Einrichtungsberaterin, die erst seit ihrem Ruhestand regelmäßig Bilder malt, an verschiedenen Stilen orientiert: Mal wirken ihre Bäume farblich verfremdet und grell, mal fast naturalistisch, mal so abstrakt, dass sie kaum noch als Bäume zu erkennen sind und mal surreal – beispielsweise hat sich Köhl einmal selbst als Baum mit Gesicht gemalt.

„Bäume gehören in den Texten der Bibel zu den wichtigsten Symbolen für das Leben“, erklärt Eva Reiß, warum sie Heide Köhls Bilder in der Kirche ausstellt. Schon vor etwa fünf Jahren war die Dekanin der evangelischen Kirchengemeinden Offenbachs auf ein Werk von Köhl gestoßen: Das impressionistisch anmutende Gemälde von einer Kirche ziert seitdem die Postkarte für das Café Rapunzel, das die evangelische Gemeinde neben der Stadtkirche betreibt.

Köhls Bilder von Bäumen passen ähnlich gut in eine Kirche, findet Eva Reiß: „Das Korn, das in der Erde versinkt, wird zu neuem Leben.“ Im christlichen Glauben stehe dieser Zyklus dafür, dass auch der Mensch von Gott kommt und wieder zu Gott geht: „Gerade an Ostern ist der Gedanke bedeutend, dass der Tod nicht das Ende ist.“ Ganz explizit hat Heide Köhl diesen Zyklus des Lebens am Beispiel eines Baumes nachgemalt, an dem sie täglich in der Nähe der Bieberer Obermühle vorbei spaziert.

Vier Ölbilder zeigen den Apfelbaum in den unterschiedlichen Jahreszeiten: Mal mit zartrosa Blüten, mal in voller Pracht mit Früchten und mal entlaubt in rötlichen Herbstfarben. Zuletzt sei der Baum jedoch gekappt worden, bedauert Köhl: „Ich fürchte, er wird im nächsten Frühjahr nicht mehr blühen.“ Vor seinem Verschwinden werde sie ihn jedoch noch einmal auf Leinwand bannen, kündigt Köhl an. Und vielleicht auch die neuen Triebe, die hoffentlich um den Stumpf wieder aus der Erde sprießen werden. Damit wäre der Zyklus des Lebens dann perfekt.

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