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Offenbach Bieten für Betreuungsprojekt

6115 Euro werden bei der Päckchenversteigerung auf dem Weihnachtsmarkt gesammelt. Manche Päckchen haben einen Wert, der im mittleren dreistelligen Bereich liegt.

Die Schokoladen-Nikoläuse stehen aufgereiht, ein ganzer Berg an Päckchen liegt aufgestapelt bereit, nur das Wetter will nicht recht mitspielen: Kaum dass Klaus Kohlweyer am Samstag die Päckchenversteigerung auf dem Weihnachtsmarkt eröffnet, beginnt es zu nieseln und zu stürmen. Und so beginnt die 25. Päckchenversteigerung des Gewerbevereins Treffpunkt, der Wirtschaftsförderung und des Einzelhandels eher schleppend.

So sehr Kohlweyer, Vorstand vom Gewerbeverein und Auktionator der Versteigerung, sich auch bemüht, es braucht doch eine gute Viertelstunde, bis genügend Bieter sich versammelt haben - vornehmlich unter den Schirmen des Offenbacher Glühweinhauses. Dann aber geht es rasch: Schon um 12.25 Uhr sind die ersten 1000 Euro gesammelt, um 12.48 Uhr die zweiten.

110 Päckchen haben die Einzelhändler gespendet, um manche beginnt ein wahres Bietergefecht. Etwa um die Louis-Vuitton-Tasche denn Kohlweyer hat, um die Bieter zu animieren, verraten, um was es sich handelt. Für 300 Euro wird die schließlich ersteigert. Ansonsten verrät Kohlweyer aber nicht, was sich unter dem Geschenkpapier verbirgt.

„Die Päckchenversteigerung war 1993 eine Erfindung der Wirtschaftsförderung“, sagt Kohlweyer. Mit rund 80 Päckchen habe es angefangen, erinnert sich Jürgen Amberger, Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung. „Aber schon beim dritten Mal hatten wir über 100 Päckchen und so ist es seitdem geblieben“, sagt er.

Beim Bieten ist viel Spannung dabei

Was den Inhalt anbelangt, so lassen die Organisatoren den Einzelhändlern weitgehend freie Hand. „Manche Päckchen haben einen Wert, der im mittleren dreistelligen Bereich liegt“, sagt Kohlweyer. Und so ist beim Bieten viel Spannung dabei. „Wir bieten entweder nach Geschäften, die gestiftet haben oder auch nach Aussehen der Päckchen“, sagt Lena Plaut. Da mit dem Erlös der Versteigerung ein Projekt ihrer Mutter gefördert wird, bietet sie eifrig mit.

Erstmals wird das Geld nicht an zwei, sondern nur an ein Projekt vergeben. Nutznießer ist in diesem Jahr das Projekt Abendbetreuung des Seniorenheims Elisabeth-Maas-Haus. „Normalerweise gibt es in den Wohnheimen ab 18 Uhr keine Angebote für die Bewohner mehr“, sagt Gabriele Plaut vom Vorstand des Freundeskreises Evangelischer Frauenverein. Der Verein unterstützt seit fünf Jahren aber ein Projekt, bei dem vier Betreuer täglich von 18 bis 21 Uhr den Bewohnern Abendangebote wie Spielen, Singen oder Tanzen machen. Knapp 15 der 69 Bewohner des Hauses nehmen täglich an dem Angebot teil. „Rund 15 000 Euro kostet das im Jahr, da sind wir für jede Spende dankbar“, sagt Plaut.

Mit dem Erlös von 6115 Euro wird das Projekt nun unterstützt. „Eine tolle Summe ist da zusammengekommen“, sagt Kohlweyer. Grund zur Freude hat auch Marie Eiserloh: Die vierjährige Lena Mihaljevic zieht ihre Päckchennummer aus der Lostrommel. Der Gewinn: Ein I-Pad. „Ich wollte dieses Päckchen unbedingt - und nun hat es gewonnen“, sagt Eiserloh und lacht. „Da hat sie den absolut richtigen Riecher gehabt“, sagt Vater Markus Eiserloh. Sechs Päckchen haben beide ersteigert, dass ausgerechnet das kleinste gewinnt, haben sie nicht gedacht.

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