Lade Inhalte...

Offenbach Beratung für Mütter inklusive

Das mobile Spielangebot für Kinder soll als Ausgleich für den seit 2015 gesperrten Spielplatz im Nordend gelten.

Nordend in Offenbach
Für Kleinkinder wie Junis Henri gibt es vormittags ein mobiles Angebot auf dem Goetheplatz. Foto: Michael Schick

Für Kinder ist das Angebot im Nordend eher überschaubar: Der Stadtteil ist dicht besiedelt, an öffentlichen Flächen zum Spielen und Toben herrscht Mangel. Rund 16 000 Menschen aus 50 Nationen leben im Nordend, Betongrau dominiert das Straßenbild. Ein wahrer Lichtblick für Kinder war der 3300 Quadratmeter große Spielplatz in der Johannes-Morhart-Straße, doch seit Anfang 2015 ist der gesperrt.

Bei Sanierungsarbeiten fanden die Bauarbeiter Überreste alter Kellergewölbe, die mit Schutt aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs gefüllt wurden. Als Folge wurden die Bauarbeiten gestoppt, für Kampfmittelräumung und komplette Bodensanierung explodierten die Kosten von ursprünglich 325 000 Euro auf fast zwei Millionen Euro.

„Momentan läuft die Ausführungsplanung für die Sanierung“, sagt Stadtrat Paul-Gerhard Weiß (FDP), „wir hoffen, dass der Spielplatz Ende 2018 den Kindern wieder zur Verfügung steht.“ Die Stadt hoffe auf Geld aus dem kommunalen Investitionsprogramm des Landes, um die Kosten der Sanierung zu stemmen.

18000 Euro für das Projekt bereitgestellt

Als Ausgleich für den fehlenden Spielplatz hatte die Stadtverordnetenversammlung beschlossen, auf dem Goetheplatz Kindern zumindest unter der Woche ein mobiles Spielangebot zur Verfügung zu stellen. Seit einigen Tagen hat das seine Arbeit aufgenommen. Montags bis freitags von 10 bis 12.30 Uhr können Kinder bis fünf Jahre etwa mit Bobbycars Parcours fahren, auf einem Trampolin springen oder mit Riesen-Legosteinen spielen. Zwei Honorarkräfte sind täglich für den mobilen Spielplatz im Einsatz, die Beaufsichtigung erfolgt durch die Eltern der Kinder.

„Das Angebot wird sehr gut angenommen“, sagt Annika Grill vom Quartiersmanagement, die das Spielangebot leitet. „Am ersten Tag hatten wir fünf Kinder, am dritten schon 25“, sagt sie. Das Spielangebot soll nicht nur im Sommer, sondern auch in den Wintermonaten bestehen. „Dann können die Kinder im Stadtteilbüro spielen“, sagt Grill. Das Büro dient auch als Lager für die Spielgeräte. Nachmittags von 14 bis 16.30 Uhr organisiert das Jugendamt auch für ältere Kinder ein Spielangebot auf dem Schulhof der benachbarten Goetheschule. „Wir haben für dieses Jahr 18 000 Euro für das Projekt bereitgestellt, für das nächste Jahr 28 000 Euro“, sagt Stadtrat Weiß. Danach, so hofft er, sei der eigentliche Spielplatz wieder nutzbar.

Ergänzt werden die Angebote für Kinder durch ein Spielprojekt der Caritas in Kooperation mit dem Unternehmen Hyundai Motors: Dienstags und donnerstags, zu den Zeiten des mobilen Spielplatzes, macht deren Spielmobil am Goetheplatz Halt und bietet zusätzliche Möglichkeiten für Kinder an.

„Außerdem bieten wir eine niedrigschwellige Beratung für die Mütter an“, sagt Anette Bacher von der Caritas. Da viele der Eltern kein oder nur wenig Deutsch sprächen, seien sie auch nicht über Hilfsangebote informiert. „Wir sehen, dass gerade neu zugezogene Familien aus dem südosteuropäischen Raum ihre Kinder nicht im Kindergarten angemeldet haben, also informieren wir darüber oder über Sprachkurse für die Eltern“, sagt sie.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen