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Neue Haushaltsrechnung Was der Stadt gehört

Wieviel Euro sind Offenbachs Straßen wert? Oder das Büsingpalais? Erstmals hat die Stadt ihr gesamtes Vermögen bewertet - oft ist das sehr schwierig. Von Wiebke Rannenberg

Was kostet das Büsingpalais? Schwieriuge Frage, denn verkauft werden soll es nicht - rein rechnerisch aber ist das Gebäude mehr wert als das Offenbacher Rathaus: das Palais 9,4 Millionen Euro, der Verwaltungbau 6,5 Millionen. So steht es in der Eröffnungsbilanz der Stadt. Foto: Andreas Arnold

Rein rechnerisch ist das Büsingpalais mehr wert als das Offenbacher Rathaus: das Palais 9,4 Millionen Euro, der Verwaltungbau 6,5 Millionen. Die Kita 13 auf der Rosenhöhe hingegen bringt nur noch 250.000 Euro, das Feuerwehrgerätehaus in der Rhönstraße immerhin noch 500.000 Euro.

So steht es in der ersten Eröffnungsbilanz der Stadt Offenbach, die Kämmerer Michael Beseler (SPD) vorgelegt hat. Darin hat die Stadt nun, so wie eine Firma, allem, was sie hat, einen Wert in Euro und Cent zugeordnet.

Drei Jahre lang haben Mitarbeiter der Kämmerei sozusagen Inventur in der Stadt gemacht, und dann die Eröffnungsbilanz für den Stichtag 1. Januar 2008 festgelegt. Darin enthalten sind die Aktiva wie Sachanlagen vom Generator bei der Feuerwehr bis zu Grundstücken, vom Kindergarten bis zu den Straßen.

Und da sind Finanzanlagen, etwa die Anteile an verbundenen Unternehmen wie das Klinikum (32 Millionen Euro) und die Stadtwerke Offenbach (91 Millionen) oder auch der Pensionsfond für Beamte (18 Millionen). Alle Aktiva zusammen ergeben 871 Millionen Euro.

Dem gegenüber stehen die Passiva: Dazu gehören die Rückstellungen, zum Beispiel für den Schulbau, ebenso wie die Schulden von 517 Millionen Euro. Und daraus ergibt sich auch, dass nur 56 Millionen Euro übrig bleiben würden, wenn Kämmerer Beseler alles, was die Stadt besitzt, verkaufen und damit alle Schulden bezahlen würde.

Was die viele Arbeit für die Eröffnungsbilanz wirklich genutzt hat, muss sich erst noch zeigen. Erstellt hat die Kämmerei die Eröffnungsbilanz, weil das Gesetz sie von allen Kommunen fordert, die ihre Haushaltsrechnung umstellen müssen von der bisher üblichen Kameralistik auf die Doppik.

Wirklich neue Erkenntnisse seien daraus kaum abzulesen, sagt Beseler. Schließlich wolle er ja weder die Kindergärten noch das Inventar des städtischen Museums verkaufen.

Wobei sich bei Gegenständen wie Bildern und alten Briefen im Stadtarchiv durchaus Bewertungsprobleme ergeben. Die Anschaffungskosten können oft nicht mehr ermittelt werden und die Bestellung eines Gutachters wäre zu teuer. Deshalb seien diese Dinge pauschal mit einem Euro bewertet worden, sagt Beseler.

Noch nicht ganz beendet ist die Bewertung der einzelnen Offenbacher Straßen. Vier Millionen Quadratmeter Straßenfläche besitzt die Kommune. Die wurden nun zunächst pauschal mit 100 Euro pro Quadratmeter angesetzt. Abzüglich der Abschreibungen sind sie noch 87,8 Millionen Euro wert.

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