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Neu-Isenburg Selbstverständlich integriert

Modellprojekt an der Selimiye-Moschee soll verlängert werden.

Projektleiterin Aysel Aydin und der neue Vorsitzenden des Moscheevereins, Salih Oezkan. Foto: Renate Hoyer

Hinterhof-Moschee“, das klingt abfällig und klischeehaft, nach Abschottung, vielleicht gar nach Bedrohung. Es ist kein schönes Wort, aber was soll man machen: Die Selimiye-Moschee in der Neu-Isenburger Ludwigstraße liegt nun mal tatsächlich in einem Hinterhof.

Doch die türkisch-islamische Gemeinde, der die Moschee gehört, gibt sich große Mühe, ein offenes Haus zu sein und keinem Klischee zu entsprechen. „Natürlich wünschen wir uns eine große, repräsentative Moschee, aber wir wollen erst mal das aktivieren, was wir haben“, sagt der Vereinsvorsitzende Salih Özkan. 104 Mitglieder hat der Verein, an Feiertagen kommen aber bis zu 300 Moslems. „Das sind längst nicht alles Türken“, sagt Özkan.

Dazugehören, ein Teil der Stadtgesellschaft sein – das wünscht sich die Moschee-Gemeinde, und ein zweijähriges Modellprojekt der Stadt und der Türkisch-Deutschen Gesundheitsstiftung, das nun im September ausläuft, hat dazu sicher seinen Teil beigetragen.

Das Projekt hat die Gemeinde verändert, auch verjüngt. Der im Mai neu gewählte Vereinsvorsitzende Özkan, Jahrgang 1966, ist nun der Älteste im Vorstand, in dem jetzt auch mehrere Frauen mitarbeiten. Zurzeit wird die Moschee mit viel Eigenleistung der Mitglieder renoviert und ausgebaut, auch einen Jugendraum gibt es nun, und der Gebetsraum für die Frauen wird künftig rollstuhlgerecht sein.

Die Moschee-Gemeinde pflegt intensive Kontakte mit der Nachbarschaft, etwa zur katholischen St. Josefs-Gemeinde auf der einen oder den Senioren im Pflegeheim der Mission Leben auf der anderen Seite. Viele Besucher sind in den vergangenen beiden Jahren hierhergekommen und haben sich die Räume angesehen, Kindergartengruppen, Schulklassen, Konfirmanden oder Nachbarn.

Mit den Mitteln von EU, Bund und Land bezahlt die Moschee-Gemeinde die Studentin Aysel Aydin, die das Projekt koordiniert. Regelmäßig betreut sie einen Kreis von Ehrenamtlichen, ganz ähnlich, wie es das in christlichen Kirchengemeinden gibt. Die Stadt Neu-Isenburg habe großes Interesse daran, das Projekt um weitere drei Jahre zu verlängern und unterstütze den Antrag der Gemeinde beim Land Hessen, sagt Paola Fabbri-Lipsch, die Leiterin des Integrationsbüros.

„Das sind wichtige integrationsfördernde Ziele.“ Die Zusammenarbeit mit der Stadt sei ganz hervorragend, betont auch Özkan. „Das kommt bei uns schon sehr gut an. Das will ich auch mal sagen“, meint er.

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