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Neu-Isenburg Mehr Teilhabe am sozialen Leben

Die Angebote für Flüchtlinge in der Stadt wird die evangelische Marktplatzgemeinde ergänzen: Zweimal monatlich soll im Gemeindehaus ein Flüchtlingscafé mit dem Namen „Grenzenlos“ eröffnen.

Katrin Strauß-Wagner gibt Flüchtlingen Sprachunterricht. Foto: Monika Müller

„Die Flüchtlinge sind über das Stadtgebiet in den Unterkünften verstreut und sollen hier einen Ort der Begegnung finden“, sagt Pfarrer Matthias Loesch. „Und wir hoffen natürlich, dass auch die Neu-Isenburger mit und ohne Flüchtlingshintergrund hinzukommen.“ Mit den Treffen solle den Menschen die Teilnahme am sozialen Leben ermöglicht werden, aber auch die deutsche Sprache solle ihnen nahegebracht werden.

Im Flüchtlingscafé möchte auch die Flüchtlingshilfe die Menschen auf ihre Sprachtreffs aufmerksam machen, sagt Michael Kaul, der gemeinsam mit Loesch zum Sprecherkreis dieses überkonfessionellen und überparteilichen Zusammenschlusses gehört. Kein Grammatikpauken und Vokabellernen, sondern eine praktische Anleitung für das Leben in der Stadt – so umreißt Kaul das Angebot, bei dem je ein ehrenamtlicher Helfer für einen Flüchtling zur Verfügung steht.

Wunsch nach Arbeit

„Der größte Wunsch der Leute ist es, so schnell wie möglich arbeiten zu können“, sagt Kaul. Er und seine Kollegen von der Flüchtlingshilfe machen ihnen klar, dass ihre Chancen, einen Job zu finden, mit der Sprachkompetenz wächst.

Es sind vor allem Menschen aus Eritrea und Somalia, die derzeit Zuflucht in Neu-Isenburg finden, gleichzeitig nimmt aber die Zahl der Syrer zu. Die Stadt sei auf die weitere Zuweisung von Flüchtlingen vorbereitet, sagt Carmen Schaaf, Fachbereichsleiterin Soziales bei der Stadt. „Die Menschen werden bei uns gut versorgt und betreut.“

Derzeit werden zwei Einrichtungen für sie ausgebaut: Im ehemaligen Trafo-Häuschen an der Friedrichstraße werden nächstes Jahr 48 Plätze fertig, und in eine Gemeinschaftsunterkunft an der Beethovenstraße können Ende November 18 Menschen einziehen.

Zwischen beiden Gebäuden habe der neue diakonische Mitarbeiter Thomas Brand sein Büro, der sich um die Menschen kümmere. Außerdem gebe es dort Freizeit- und Sportmöglichkeiten. Mittelfristig sollen auch die Flüchtlinge, die in der Obdachlosenunterkunft an der St.-Florian-Straße wohnen, umziehen.

Weitere Standorte im Stadtgebiet würden weiter geprüft, zudem sei die Stadt in ständigem Kontakt mit den Wohnungsbaugesellschaften über frei werdende Wohnungen. Gemeinschaftsunterkünfte seien vor allem für einzelne Flüchtlinge keine schlechte Option, „die Leute können sich gegenseitig stützen und helfen“.

Die Marktplatzgemeinde plant noch weitere Angebote für die Flüchtlinge. So ist ein Spieletreff unter Einbeziehung von Senioren im Gespräch und eine Kooperation mit den drei Altenheimen in der Stadt, die von Mission Leben geleitet werden. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass viele unserer Neubürger sich hier für Menschen einbringen wollen, die auch Hilfe brauchen,“ sagt Pfarrer Loesch.

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