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Nahverkehr in Offenbach In Offenbach sollen mehr Busse fahren

Offenbach investiert kräftig in ihr Busnetz, denn die Linien der stetig wachsenden Stadt sind vor allem zu den Hauptverkehrszeiten mehr als ausgelastet.

Offenbach
Die Linie 101, die von Waldhof über die Innenstadt bis nach Rumpenheim fährt, ist besonders stark frequentiert. Foto: Renate Hoyer

Es ist Stadtkämmerer Peter Freier (CDU) selbst, der bei der Vorstellung des neuen Nahverkehrsplans von Offenbacher Bussen als „Sardinenbüchsen“ spricht. Gemeint sind die Wagen der Buslinie 101, die zu Hauptverkehrszeiten erhebliche Passagierzahlen zu bewältigen haben. So viele Menschen nutzen manchmal die Linie, die quer durch die Stadt verläuft, dass Mütter oder Väter mit Kinderwagen auch mal auf der Straße stehen bleiben müssten, sagt Freier. „Wir sind an unseren Kapazitätsgrenzen angelangt“, konstatiert auch Anja Georgi, Leiterin des Geschäftsfelds Mobilität der Stadtwerke Offenbach.

Grund genug, mehr Busse fahren zu lassen. Das ist der Kern des neuen Nahverkehrsplans, der ab Ende 2018 gelten und schrittweise ausgebaut werden soll. Der Magistrat hat den Plan diese Woche beschlossen, kommende Woche soll er von den Stadtverordneten verabschiedet werden.

Es ist vorgesehen, den Linienbetrieb der Stadtbusse um eine Stunde in die Nacht hinein zu verlängern. Der letzte Bus der Linie 101 wird dann unter der Woche statt bislang um 1:04 Uhr etwa um 1:45 Uhr am Marktplatz starten. Die Linie 107, die von Rumpenheim über den Osten der Stadt und Lauterborn zum Kaiserlei fährt, wird von Montag bis Samstag künftig bis 22 Uhr fahren – und nicht wie bislang nur bis 19:45 Uhr. Die besonders stark genutzten Linien sollen künftig alle 7,5 Minuten fahren – bislang war der 10-Minuten-Takt der Linie 101 das engste Angebot. Das gesamte Stadtgebiet soll zudem künftig nahezu im 15-Minuten-Takt bedient werden. Nicht vorgesehen ist ein durchgängiger Nachtverkehr, wie er bei S-Bahnen ab nächstem Jahr gelten soll. „Da sehen wir den Bedarf noch nicht so groß“, sagt Georgi. Man wolle das aber „prüfen“.

Neue Strecken sind ab Ende 2019 vorgesehen. Größte Neuerung ist die Verlängerung der Linie 108, die über eine neue Strecke am Mainzer Ring das Neubaugebiet Bürgel-Ost und das erweiterte Neubaugebiet „An den Eichen“ erschließen wird. Damit das alles funktioniert, müssen 50 zusätzliche Fahrerinnen und Fahrer angeheuert und insgesamt 17 neue Busse angeschafft werden – fünf davon sollen Elektrofahrzeuge sein. Zunächst ist eine Testphase mit zwei E-Bussen im Regelbetrieb geplant.

Der Ausbau des Busnetzes ist notwendig, weil die Stadt schnell wächst und gleichzeitig mit Tausenden neuen Einpendlern gerechnet wird. Die aktuelle Zahl von rund elf Millionen Fahrgästen pro Jahr – Amtsdeutsch: „Beförderungsfällen“ – soll Prognosen zufolge in den nächsten Jahren um 2,2 Millionen steigen.

„Eine wachsende Stadt braucht auch eine wachsende Infrastruktur“, sagte Kämmerer Freier bei der Vorstellung des Nahverkehrsplans. Doch das kostet. Die Stadt geht durch das erweiterte Angebot von einem wachsenden Zuschussbedarf bei den städtischen Verkehrsbetrieben aus – statt 6,5 Millionen Euro werden dann schätzungsweise 8,8 Millionen Euro jährlich nötig sein. Bislang bezahlen diesen Betrag die Stadtwerke. Künftig wird die Stadt direkt alle Kosten über 8 Millionen Euro tragen.

Diese Deckelung bezeichnete Freier als „Paradigmenwechsel“. Diese neue Regelung bedeutet nämlich, dass die ohnehin klamme Stadt künftig einen weiteren zu finanzierenden Posten im Haushalt stehen haben wird.

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