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MSO in Offenbach Bewegung am MSO-Gelände

Ein Investor interessiert sich für das Gelände der ehemaligen Fabrik MSO in Offenbach. Das „Kesselhaus“ wird von der Stadt saniert und neu vermietet.

Antikmarkt in ehemaliger Fabrik
In den ehemaligen Verwaltungsgebäuden ist unter anderem ein Antik-Markt angesiedelt. Foto: Monika Müller

Lange ist es eine Brache gewesen, der östliche Teil des Geländes der ehemaligen Fabrik MSO. Vor über 30 Jahren wurden auf dem Areal an der Waldstraße und am Odenwaldring die Fabrikgebäude abgerissen, seitdem wurde es still um das knapp 10 000 Quadratmeter große Areal. Das Gras wuchert, ein Trampelpfad führt durch das Gelände.

Nun aber gibt es einen Interessenten für das Areal. Die Würzburger Investoren Auinger & Partner bemühen sich laut Stadt um das Gelände und haben ein Nutzungskonzept für Bürogebäude, Parkhaus und einem Hotel vorgelegt. Wie Stadtsprecher Fabian El Cheikh betont, ist für das Areal eine rein gewerbliche Nutzung möglich. Eine erstes Konzept der Interessenten sieht ein mehrstöckiges Bürogebäude für das Gelände vor. Laut Bebauungsplan ist an dieser Stelle ein bis zu achtstöckiges Gebäude möglich.

Nicht in der Höhe, sondern in der Tiefe können aber erhebliche Mehrkosten auf die Investoren warten. Laut Anwohnern ist beim Abbruch der Fabrikgebäude vor über 30 Jahren nämlich die Unterkellerung nicht beseitigt worden. Mit Bauschutt sei ein Großteil der Keller damals aufgefüllt worden. Die Kosten für die Beseitigung der Fundamente und des Bauschutts dürften jedoch erheblich sein. Die Interessenten Auinger & Partner seien sich dessen aber bewusst, heißt es seitens der Stadt. Eine Anfrage der FR an Auinger & Partner blieb unbeantwortet.

Einige Anlieger, die namentlich nicht genannt werden wollen, berichten, dass es sogar noch einen Zugang zu den Kellerräumen geben soll, der genutzt werde. Bestätigen wollte die Stadt als Eigentümerin des Geländes dies allerdings nicht.

Aber nicht nur am östlichen, auch der westliche Teil des ehemaligen MSO-Geländes gerät in den Fokus der Stadt. In den ehemaligen Verwaltungsgebäuden haben sich schon vor Jahren verschiedene Firmen, unter anderem ein Antik-Markt, angesiedelt. Die alte Fabrikhalle am Odenwaldring nutzte der Künstler Hjü Neumann seit rund zehn Jahren als Atelier, als „Kesselhaus“ wurde die Halle, in der noch die alten Kräne für die Maschinen zu sehen sind, bekannt.

Doch die Stadt kündigte Neumann für Ende Juni, der Künstler ist inzwischen ausgezogen. Auch der Antikmarkt darf die Halle nicht mehr als Lager nutzen. „Die Halle war gut als Atelier nutzbar, auch wenn es keine Heizung gab“, sagt Neumann. Ein ehemaliger MSO-Mitarbeiter habe ihn regelmäßig besucht und von der alten Fabrik erzählt. „Hier muss einmal die größte Planhobelmaschine Europas gestanden haben“, sagt Neumann, „wenn die anging, so erzählte er mir, habe halb Offenbach vibriert.“ Der Kunstpädagoge hat nun dem Rhein-Main-Gebiet den Rücken gekehrt und hat bei Walsrode in Niedersachsen einen Bauernhof erworben, in dem er sein Atelier einrichten wird.

Die Stadt möchte sowohl diese Fabrikhalle als auch die im hinteren Teil des Geländes gelegene Halle, die noch an die Gleise der ehemaligen Industriebahn angrenzt, aufwerten. Dazu soll das seit Jahren kaputte Dach repariert und die Hallen anschließend neu und vor allem gewinnbringend vermietet werden.

Wer künftig in die Hallen ziehen wird, ist noch nicht bekannt. Eine weitere Gewerbeansiedlung nach entsprechendem Umbau aber wahrscheinlich. Auch ein Abriss wäre, sollte es einen Investor geben, möglich: Die Halle steht nicht unter Denkmalschutz.

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