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Modellprojekt in Offenbach Mehr Sportunterricht an Offenbacher Schule

Die Buchhügel-Grundschule in Offenbach bietet im Rahmen eines Modellprojekts zusätzlichen Sportunterricht an - als eine von nur zwölf Schulen in Hessen. Doch das Geld reicht für weitere Schulen nicht aus.

Sportstunde in der Buchhügel-Grundschule
Vanessa Groß vom TSG Bieber bringt Zweitklässlern Tennis bei. Foto: Monika Müller

Montagmittags ist der Andrang groß in der Sporthalle der Grundschule Buchhügel in Offenbach – denn da gibt Wilfried Kohls Fußballunterricht. Der ehemalige Torwart und Trainer der Offenbacher Kickers ist heute Jugendleiter des Sportvereins Gemaa Tempelsee 1927 und unterrichtet seit Beginn des Schuljahres Zweitklässler der Buchhügel-Grundschule. Nach einer Runde Toben lernen die Kinder bei ihm die Fußballregeln – und wie man richtig gut schießen kann.

Dass es dazu kam, ist dem Landessportbund Hessen zu verdanken, der vergangenes Jahr das Projekt „Tägliche Sportstunde“ ins Leben gerufen hat – animiert vom Projekt „Schulkids in Bewegung“ des Sportkreises Frankfurt. Die Buchhügel-Grundschule, die seit kurzem Ganztagsschule ist, gehört zu den zwölf Schulen in Hessen, die das Projekt umsetzen.

Konkret sieht das in Offenbach so aus: Montags und Mittwochs gibt es in der Mittagszeit jeweils zwei Stunden zusätzlichen Sportunterricht – in diesem Fall Tennis und Fußball, weil am Buchhügel mit Kohls sowie Vanessa Groß vom TGS Bieber Trainer aus diesen Bereichen angeheuert wurden. „Sportvereine sind bestens darin geübt, Kindern Spaß am Sport zu vermitteln“, sagt der Vorsitzende des Sportkreises Offenbach, Peter Dinkel – sie in die Schulen zu holen sei daher „naheliegend“ – zumal es in Offenbach auch viele übergewichtige Kinder gebe. Außerdem seien Kinder nach einer Runde Sport einfach ausgeglichener und konzentrationsfähiger.

Das mittägliche Sportangebot, an dem einige Dutzend Schülerinnen und Schüler freiwillig teilnehmen können und das über Kontakte zustande kam, ergänzt den normalen Sportunterricht und andere Angebote, die rund um das Mittagessen an der Buchhügel-Grundschule angeboten werden: etwa Basteln, Nähen oder Singen. Schulleiterin Birgitt Stolz betont, dass man im normalen Unterricht eine Sportart wie Tennis nicht anbieten könne. Zudem entlaste das neue Angebot die anderen Gruppen, die für die rund 400 Schulkinder sowieso nicht ausreichend seien.

Doch das Geld, das der Landessportbund und der Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen für das Projekt ausgeben, reicht nicht für weitere Schulen aus: Sportkreis-Vorstand Dinkel weiß von fünf Grundschulen im Landkreis, die auch gerne Trainer aus Vereinen für zusätzlichen Sportunterricht einstellen würden. Beim Landessportbund heißt es, die Mittel seien „endlich“. Man berate aber, wie das Projekt fortgeführt werden könne. Ein Sprecher des Kultusministeriums sagte der FR, dass kein Zuschuss vom Land geplant sei. Eine Grundschule in Reichelsheim, die das Projekt 2017 begonnen hat, führt es mit Geld aus dem eigenen Schuletat weiter.

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