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Main-Städte Klimaroute am Fluss

Auf einer 25 Kilometer langen Tour rund um die Welt radeln? Mit der neuen Klimaroute am Main zwischen Kelsterbach und Mühlheim soll das möglich sein. Zumindest gedanklich.

04.01.2011 18:01
Jörg Muthorst
Zentrale Station der Klimaroute am Offenbacher Mainufer: eine schwimmende „Klima-Litfaßsäule“ mit Messstationen. Foto: Stadt Offenbach

An insgesamt neun Themenstationen mit Schwerpunkt Offenbach, wo auch die Idee zu diesem regionalen Klimapfad geboren wurde, sollen die globalen Auswirkungen der Erderwärmung auf die Flussregionen thematisiert werden.

Und dabei werde es nicht nur um die Städte am Main, sondern entsprechend der multikulturellen Zusammensetzung der hier lebenden Menschen und des global vernetzten Gewässersystems auch um Flussregionen in Europa, Asien oder Afrika gehen, sagt die Projektleiterin und Offenbacher Stadtplanerin Hanne Münster-Voswinkel.

Ob es um Dürre, Orkane oder Überschwemmungen geht: Die Ideen für die einzelnen Themenstationen haben Studierende und Absolventen der Offenbacher Hochschule für Gestaltung (HfG) unter der Leitung von Professor Georg-Christof Bertsch entwickelt.

Die 25 Kilometer lange, überwiegend am südlichen Mainufer verlaufende Route beginnt in Kelsterbach mit einer kleinen Terrassenlandschaft, die die Gefährdung von Dünen und Auenwäldern thematisiert. Am Niederräder Licht- und Luftbad geht es bei einer Treibholz-Installation um Überschwemmungen. Und im Hafenpark östlich der Frankfurter EZB-Bank wird sich zur Wasserförderung ein Windrad drehen und auf die Gefahren austrocknender Flussläufe verweisen.

In Offenbach, das sich gerade gegen künftige Hochwasser mit einem stärkeren Deich wappnet, befindet sich der Schwerpunkt der Klimaroute mit insgesamt fünf Stationen zwischen Carl-Ulrich-Brücke und Arthur-von-Weinberg-Steg (Fechenheim).

Die zentrale Station der 4,5 Kilometer langen Strecke in Höhe der Herrnstraße hat Designer Kai Linke entworfen. Ein Ponton mit einem kleinen Gebäude soll als „schwimmende Klima-Litfaßsäule“ zentrale Anlaufstelle sein und über das Stadtklima informieren. Eine „interaktive Lernstation“ mit mehreren Messinstrumenten.

Eine „Fatamorama“ genannte Installation von Katja Kirchhoff im Mainuferpark türmt bewusst irritierend den Himalaja am anderen Mainufer auf und macht deutlich, dass der Klimawandel nur global zu begreifen ist. Am Bürgeler Reichstag soll ein ansteigender Klimasteg als „offenes Klassenzimmer“ mit klimatologischen Infos vom Ufer auf die Wiese und damit in eine andere Biosphäre führen.

Vogelhotel und Fischtreppe

Die Überreste eines Strommastes auf dem Bürgeler WSV-Gelände wird mit eingesteckten Holzbalken als kunstvoller Baum und „Vogelhotel“ auf die Bedeutung von Flussdeltas für Zugvögel verweisen. Im Mainbogen wird die nach Fechenheim führende Rohrbrücke künstlerisch gestaltet.

Den Abschluss der Route bildet Mühlheim mit einem Grünen Klassenzimmer und einer umgestalteten Spundwand am alten Nachenhafen. Ein treppenförmiger Steg entlang der Wand soll auf die Bedeutung von Fischtreppen in Flüssen aufmerksam machen.

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