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Lehrer wider den Ungeist

Gedenkabend für den Rabbiner Max Dienemann / Lesung und Musik

08.04.2009 00:04

Mit einem Gedenkabend am Sonntag, 19. April, um 19.30 Uhr erinnert die Max Dienemann/Salomon Formstecher-Gesellschaft an den 70. Todestag des Offenbacher Reformrabbiners Dr. Max Dienemann, der am 10. April 1939 in Tel Aviv starb. Dorthin war er im Dezember 1938 emigriert.

Der Vorsitzende der Gesellschaft, Anton Jakob Weinberger, würdigt im Max Dienemann-Saal des Capitols, der ehemaligen Synagoge in der Goethestraße 1-5, das Leben und Werk des "traditionsbewussten Erneuerers jüdischer Frömmigkeit". Schauspieler Michael Kaiser liest aus Essays, Monographien, Predigten und Briefen des Geistlichen. Musik dazu spielen Olaf Joksch (Klavier) und Yumiko Noda (Bratsche). Stadtverordnetenvorsteher Erik Lehmann spricht ein Grußwort.

Dienemann, nach dem auch ein Weg im Büsingpark benannt ist, hat Weinberger zufolge in der Weimarer Republik gemeinsam mit den Rabbinern und Gelehrten Leo Baeck und Max Wiener den Juden einen Weg gewiesen, wie Moderne und Tradition verbunden werden könnten. Unter anderem hatte er 1935 in Offenbach zum ersten Mal im Judentum eine Frau zur Rabbinerin ordiniert: Regina Jonas.

Unter der nationalsozialistischen Diktatur habe Rabbiner Dienemann stets als "Lehrer wider den Ungeist" gewirkt und die Offenbacher Gemeinde trotz zweimaliger Internierung in einem Konzentrationslager bis zu seiner erzwungenen Emigration im Dezember 1938 begleitet, sagte Weinberger. mu

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