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Langen Mehrheit für Kapitalerhöhung

Die Hessische Flugplatz-Gesellschaft Egelsbach soll die Möglichkeit erhalten, Verluste auszugleichen. Es gilt als sicher, dass die Gesellschafterversammlung für eine Kapitalerhöhung stimmt.

15.12.2014 19:57

In der nächsten Gesellschafterversammlung der Hessischen Flugplatz-Gesellschaft Egelsbach, kurz HFG, wird der Vertreter der Stadt Langen für die Kapitalerhöhung um bis zu eine Million Euro stimmen, um Verluste auszugleichen. Das haben SPD, Grüne, CDU und FDP in der letzten Sitzung des Stadtparlamentes mehrheitlich beschlossen. Mit dem Beschluss wird die Stadt jedoch auch verpflichtet, selbst keine neuen Anteile am Flughafen zu kaufen. Dass die Gesellschafterversammlung für die Erhöhung stimmen wird, gilt als sicher. Auf die rund zehn Prozent Stimmanteil der Städte Langen und Egelsbach ist der Hauptanteilseigner, die luxemburgische Holding Net-Jets, sowieso nicht angewiesen.

Trotz einheitlichem Beschluss: Die Motive von SPD und CDU sind unterschiedlich. Die CDU möchte, dass die Stadt Langen als Minderheitsgesellschafter präsent bleibt. Fraktionschef Berthold Matyschok ist überzeugt, dass es besser ist, „mit am Tisch hinter der verschlossenen Tür zu sitzen als davor zu stehen“. So sei der Einfluss Langens abseits gesellschaftsrechtlicher Vorgaben durchaus gegeben. Zudem: „Wenn wir uns von unseren Anteilen trennen, ist nicht mehr die ordentliche Gerichtsbarkeit für uns zuständig“, sagt Matyschok. Dann könne die Stadt im Streitfall nur das Schiedsgericht anrufen. Das gehe aus dem nichtöffentlichen Vertrag der Stadt mit der HFG hervor. Und auch NetJets wisse, dass zwei Kommunen im Boot die bessere Außenwirkung hätten.

Die SPD will mit ihrer Zustimmung zur Kapitalerhöhung den Druck auf den politischen Gegner erhöhen. Denn sinkt der Anteil der Stadt Langen an der HFG von 6,61 auf 4,88 Prozent, erhöht sich das Risiko, dass der Hauptgesellschafter die Kommunen ausschließt (Squeeze-out), wie SPD-Stadtverordneter Joachim Knapp erklärt. Daher sei die Union in ihrem Abstimmungsverhalten nicht konsequent gewesen. „Wenn die CDU argumentiert, man müsse den Einfluss der Bürger in der HFG wahren, muss sie Geld in die Hand nehmen und weitere Anteile kaufen.“ Die Sozialdemokraten hätten die krankenden Gesellschaftsanteile lieber gestern als morgen für 354 000 Euro verkauft, auch weil Net-Jets „sowieso machen kann, was sie will“. (bil)

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