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Kulturpreis Offenbach Kein Kahlschlag bei der Kunst

Bei der Verleihung des Kulturpreises bekennt sich OB Horst Schneider (SPD) zum Engagement der Stadt. Gemeinsam mit anderen Kommunen entwickelt Offenbach einen Kulturpass.

OB Horst Schneider (li.) überreicht die Urkunde an Benno Aumann, Maritta Staacks und Gudrun Illert von der Schreibwerkstatt. Foto: Martin Weis

Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit“ – zur Übergabe des Kulturpreises der Stadt hielt es Oberbürgermeisters Horst Schneider (SPD) mit Karl Valentin. Nicht nur Arbeit mache sie, sondern koste auch Geld. Am leidigen Thema kam der Stadtchef in seiner Rede im Büsingpalais nicht vorbei, um gleich klarzustellen: „Im Vergleich zu anderen Posten im Haushalt kostet Kultur nicht viel.“ Gemessen am prozentualen Anteil rangiere Offenbach auf Platz 80 von 83 Großstädten. Ob dies als gute Nachricht zu werten sei, ließ Schneider offen. Der Saal murrte deutlich.

12 Millionen Euro im Jahr gebe die Stadt im Moment für Sport, Kultur und Vereinsförderung aus. Auch unter den Vorzeichen des Kommunalen Rettungsschirms mit seinen Sparauflagen wolle er sich dafür einsetzen, dass dieser Bereich „nicht weiter angetastet“ werde, sagte Schneider.

Neue Impulse

Das kulturelle Leben in der Stadt profitiere von Kooperationen verschiedener Stellen und Partner – etwa bei den Reihen „Theateressenz“ und „Classic Lounge“, dem Büsingpalais oder der Luminale. Solche Zusammenarbeit will Schneider auch auf politischer Ebene verstärken. Er setzt sich für eine Mitgliedschaft der Stadt im Kulturfonds Rhein-Main ein. „Das könnte uns neue Impulse geben.“ Gemeinsam mit anderen Kommunen entwickele man das Modell eines Kulturpasses mit Vergünstigungen für wirtschaftlich Benachteiligte.

Erst im Verbund werde aus „einem Sammelsurium von Städten“ eine Region mit eigener Stärke. Dies gelte besonders für die Kultur. Offenbach mit seinem kreativen Milieu sei da „ganz vorne dabei“.

Als weiteren wichtigen Faktor hob Schneider das Engagement der Bürger hervor. So sei es auch dank privater Spenden gelungen, die Erweiterung des Ledermuseums umzusetzen. „Das, was wir mit beschränkten Mitteln leisten, strahlt über die Stadt hinaus“, sagte Schneider.

Schreibwerkstatt Klingspor

Dies sei im Wesentlichen auch dem „großartigen Einsatz“ der Ehrenamtlichen in den 72 Kulturvereinen der Stadt zu verdanken. Alle zusammen werden mit 86.000 Euro pro Jahr gefördert. Da nehmen sich die 2500 Euro des Kulturpreises schon als bedeutender Batzen aus. Zum Zug kam diesmal die Schreibwerkstatt Klingspor. Im vergangenen Jahr feierte sie ihren 25. Geburtstag. Stefan Soltek, der Leiter des Klingspor-Museums, erinnerte in seiner Laudatio an den Gründer der Werkstatt, Karlgeorg Hoefer. Der habe als „hervorragender Schriftkünstler“ den Ruf Offenbachs als Zentrum der Kalligrafie mit begründet. Mit ihren Sommerkursen und den Handschriften-Seminaren im Klingspor-Museum sei die Schreibwerkstatt zum internationalen Forum geworden. Die zurzeit rund 200 Mitglieder kommen aus aller Welt.

Im Andenken an ihren Gründer will die Werkstatt einen Hoefer-Preis für Kalligrafie ausloben und 2014, zu Hoefers 100. Geburtstag, erstmals vergeben. Das Preisgeld soll dazu einen Anstoß geben.

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