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Kreis Offenbach Geburtstags-Plauderstunde

Der Kreisausländerbeirat feiert sein 20-jähriges Bestehen. Ganz entspannt widmeten sich jetzt die „Väter“ des Kreisausländerbeirats in einem Couchgespräch den Erfahrungen, Herausforderungen und Perspektiven.

Wenn sich drei schwarze Ledersofas, ein Glastisch und ein Alpenveilchen auf der Bühne des Kreistagssitzungssaals in Dietzenbach breit machen – dann feiert der Kreisausländerbeirat Geburtstag. Vor 20 Jahren ist das Gremium auf Kreisebene ins Leben gerufen worden, und das wurde am Freitagabend nicht nur gewürdigt, sondern auch gefeiert.

Ganz entspannt widmen sich die „Väter“ des Kreisausländerbeirats in einem Couchgespräch den Erfahrungen, Herausforderungen und Perspektiven. Weniger entspannt ging es vor 20 Jahren zu. „Das Projekt wurde intensiv und durchaus kontrovers diskutiert“, blickt die Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger in einem bis auf den letzten Platz gefüllten Kreistagssitzungssaal zurück. Am 12. Oktober 1994 beschloss der Kreistag dann doch mehrheitlich die Satzung des Kreisausländerbeirats. Und schon 24 Stunden später trafen sich die Mitglieder zu ihrer ersten Sitzung.

Wie wichtig die Arbeit des Gremiums war und ist, zeigt allein schon die Anwesenheit von Rufus Ositelu. Der farbige Erzbischof ist als Ex-Vorsitzender eigens aus Nigeria angereist. Er plaudert aus dem Nähkästchen: Der damalige Landrat Josef Lach (SPD) habe des Gremium einst als „Teegemeinschaft“ gesehen. Ein Ausdruck, den Lach am Freitag bestreitet. Ein „privater Zusammenschluss“ sei der Kreisausländerbeirat in seinen Augen gewesen. Und er sei damals schon ein bisschen enttäuscht gewesen, weil der Eindruck entstand, er meine es gar nicht so ernst mit der Installation des Gremiums – dabei habe er als Angehöriger einer Minderheit in Ungarn selbst Migrationserfahrungen.

Lach erinnert sich an die Gründungshindernisse: Die Republikaner erzielten ihre ersten Wahlerfolge und brachten viele emotionale Elemente in die öffentliche Diskussion. Gleichzeitig riefen Schäuble und Stoiber zu einer Kampagne gegen die doppelte Staatsbürgerschaft auf.

„Wir wollten deutlich machen, dass man Integration nicht dem Zufall überlassen kann“, erinnert sich der ehemalige Vorsitzende Landtagsabgeordneter Corrado Di Benedetto (SPD). Aber es sei noch ein ganzes Stück Weg. Das kommunale Wahlrecht für Menschen, die schon Jahrzehnte da sind, fehle noch. Und auch im Vereinswesen, im Katastrophen- und Rettungsdienst seien Migranten noch unterrepräsentiert.

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