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Kinderbetreuung in Offenbach „Wir stellen nur unbefristet ein“

Offenbachs Kita-Dezernent Peter Schneider spricht im FR-Gespräch über Vergünstigungen für Erzieher und darüber, was er von Frankfurts Kostenlos-Kitas hält.

Kita 20 in der Frühlingsstraße
Viele Stifte: Mädchen und Jungen in der Kita 20 in der Frühlingsstraße. Foto: Renate Hoyer

Am Donnerstag sollen die Stadtverordneten eine neue Satzung für einen fast kostenlosen Kindergartenbesuch und längere Öffnungszeiten beschließen.

Offenbach spart 1,4 Millionen Euro durch den Landeszuschuss, weil die Hilfen für bedürftige Familien sinken. Hätten Sie Eltern nicht stärker entlasten oder wie die Frankfurter beitragsfrei stellen müssen? Stattdessen erhöhen Sie den Stundensatz. 
Sie müssen sich das Gesetz genau anschauen. Wenn wir wie bisher nur 17/18 Euro verlangen würden, würde uns das Land für die sechs Stunden Betreuung nur 105 Euro statt 136,50 überweisen. Es ist so: Frankfurt bezahlt den Rest aus eigenen Haushaltsmitteln.

Aber die Stadt behauptet doch, die beitragsfreie Ganztagsbetreuung koste Frankfurt nichts. 
Ich habe das auch gelesen. Aber die Landesmittel können nicht dazu verwendet werden, die 7., 8. oder 9. Betreuungsstunde zu finanzieren. Was die Frankfurter machen, ist mir, vorsichtig ausgedrückt, unklar.

Nach Ihren Angaben locken Firmen-Kitas Erzieher mit Vergünstigungen wie einem Dienstwagen. Sie wollen mit Flexibilität und einem guten pädagogischen Konzept punkten. Sind das nicht Selbstverständlichkeiten? 
Nein. Unser Eigenbetrieb Kindertagesstätten Offenbach (EKO) hat ein Konzept entwickelt, das alle Erzieherinnen einbindet. Da wird nichts von oben aufgestülpt, sondern im Team die Konzeption erarbeitet. Außerdem bieten wir ihnen eine sehr gute Qualifizierung an.

Wäre den Beschäftigten nicht mit einer höheren Einstufung in den Entgeltgruppen und unbefristeten Verträgen besser gedient? 
Letzteres haben wir schon beschlossen. Alle befristeten Verträge von Fachkräften im EKO werden aktuell in unbefristete umgewandelt. Und wir stellen nur noch unbefristet ein. Außerdem habe ich mit der Wohnungsbaugesellschaft GBO vereinbart, dass diese bei der Wohnungssuche behilflich ist.

Das ist doch Wunschdenken. Auf der Warteliste der GBO mit ihren 6000 Wohnungen stehen zurzeit 3000 Interessenten, aber nur 400 Wohnungen werden pro Jahr frei. 
Ich weiß um die schwierige Situation. Aber mit der Geschäftsführung ist abgesprochen, dass sich der EKO im Einzelfall an die GBO wenden kann.

Was ist nun mit der Bezahlung? 
Wir zahlen nach Entgeltgruppe 8b. Das ist die beste Bezahlung, die möglich ist. Als Mitglied im kommunalen Arbeitgeberverband sind wir an den Tarif gebunden.

Aber man könnte in den Entgeltgruppen schon was „drehen“, oder? 
Das ist ein zweischneidiges Schwert. Wenn die Städte in einen Überbietungswettbewerb einträten, wäre dies das falsche Signal. Aber wir prüfen, ob wir eine Ballungsraumzulage anbieten könnten.

Sie wollen trotz Fachkräftemangels die Öffnungszeiten in vier Kitas auf 14 Stunden ausdehnen. Machen Sie Eltern da nicht falsche Hoffnungen? 
Das wäre so, wenn ich sagen würde, das wird zum 1.8. umgesetzt. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist uns wichtig. Aber es ist klar: Wenn wir das Personal nicht haben, können wir das nicht umsetzen.

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