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Kickers Offenbach Neues Stadion im englischen Stil

Vier freistehende Tribünen, mehr als 10.000 Stehplätze - das neue Stadion auf dem Bieberer Berg wird größer als bislang geplant. Und es soll nicht nur mehr Geld in die Vereinskasse spülen, sondern auch den Fans gefallen.

12.01.2011 13:58
Jörg Muthorst
So soll es aussehen - das neue Stadion auf dem Bieberer Berg.

Vier freistehende Tribünen, mehr als 10.000 Stehplätze - das neue Stadion auf dem Bieberer Berg wird größer als bislang geplant. Und es soll nicht nur mehr Geld in die Vereinskasse spülen, sondern auch den Fans gefallen.

Schick und modern soll es aussehen, das neue Sparda-Bank-Hessen-Stadion. Für 25 Millionen Euro wird es die Paderborner Bremer AG voraussichtlich von Februar 2011 bis zum Sommer 2012 auf dem Bieberer Berg errichten.

Offenbach und seine Kickers erhalten damit eine architektonisch sehr eigenständige Sportstätte, die dem Profifußball „unglaublich viele Perspektiven“ bietet, freut sich OFC-Vizepräsident Thomas Kalt. Gleichzeitig knüpft der Entwurf des nach einer europaweiten Ausschreibung klar als Sieger hervorgegangenen Unternehmens an Architektur und Atmosphäre der bisherigen Kultstätte auf dem Bieberer Berg an.

Auch der an derselben Stelle wie bisher geplante Neubau wird im englischen Stil mit vier alleinstehenden Tribünen errichtet. Ein in den rot-weißen OFC-Farben gehaltener Dachkranz verbindet die einzelnen Bauwerke.

Die neue Heimstätte des Drittligisten OFC als Hauptmieter wird kompakter als bisher. Sie ragt dafür höher auf, die Ränge sind steiler. Dadurch liegt die Kickers-Arena etwas mehr abseits von der vorbeiführenden Bieberer Straße und lässt dort Raum für eine Promenade mit Vorplatz.

Vor allem aber: Das neue, von Land, Kommune, Stadtwerken und Namensgeber und Sponsor Sparda-Bank Hessen finanzierte Stadion wird größer als gedacht. Mehr als 20500 anstatt der ursprünglich geplanten 18000 Zuschauer wird es fassen, je zur Hälfte verteilt auf Sitz- und Stehplätze. Dies wird auch weiter eine europaweit wohl einmalige Besonderheit bleiben: Kickers-Fans erhalten an der Mittellinie wieder ihre preisgünstigen Stehplätze.

Die nach dem 2010 verstorbenen Ehrenpräsidenten Waldemar Klein benannte Gegentribüne fasst 8500 Plätze. Die Zuschauer insgesamt rücken künftig noch näher ans Geschehen heran: Der Abstand zum Spielfeld verringert sich von 14 auf sechs Meter.

Die Kapazität kann im Falle weiterer Erfolge des OFC, der gerade um den Aufstieg in die Zweite Bundesliga kämpft, um 2700 Plätze erweitert werden. Unter dem 21 Meter hohen Dach wird dafür Platz gelassen. Obendrein, so Kalt, ließen sich auch noch die offenen Ecken zu einer ovalen Arena schließen.

In dem Entwurf stecke das gesammelte Planungs-Know-how von Stadionprojekten der beiden letzten Fußballweltmeisterschaften, sagt Heiner Peschers, Chef des Euskirchener Instituts für Sportstättenberatung. Auch mit der für TV-Übertragungen geeigneten Beleuchtung auf dem Dach und den großzügigen Umkleiden wird die neue Arena zweitligatauglich sein. Die Betriebskosten lassen sich gegenüber dem alten Stadion sogar senken.

„Es geht jetzt wirklich los“, verspricht Peter Walther, Chef der Offenbacher Stadtwerke und deren Tochter SBB, die das Stadion bauen und kaufmännisch betreiben wird. Bereits im Februar soll der Abriss beginnen und Tribüne für Tribüne bei laufendem Spielbetrieb erneuert werden.

Die Ziele des Bauzeitenplans sind sportlich gesetzt: Bis Ende 2011 sollen Haupt-, Gegen- und Westtribüne fertig sein, die Osttribüne soll bis Juni 2012 folgen. In die Haupttribüne integriert sind über vier Etagen Umkleiden, Büros, Fan- und Backshop, Bank-Filiale und Polizeiwache, Logen, ein teilbarer Business-Club-Bereich, Kinderbetreuung sowie im Rohbau bereits eine Erweiterungsfläche. Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD): „Wir bekommen unheimlich viel Stadion für das Geld.“ Sparda-Bankchef Jürgen Weber will dafür sorgen, dass einer der markanten, aber nicht mehr benötigten Flutlichtmasten wieder errichtet wird.

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