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Kaiserlei Startschuss für den Kaiserlei-Umbau

Die Stadt Offenbach und das Land Hessen unterzeichnen am Dienstag eine Vereinbarung zur Finanzierung der Arbeiten am Kaiserleikreisel. Offenbach muss keinen Heller zuzahlen, die künftige Verkehrsregelung am Kaiserlei soll 20 Prozent mehr Verkehr fassen können.

Der Kaiserlei wie er heute aussieht. Von 2014 an wird der Kreisel umgebaut. Foto: Andreas Arnold

Das Hochhaus der Europäischen Zentralbank wächst. Und die Mainbrücke-Ost macht Fortschritte. Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) hat seine Beobachtungen zum Fortgang der Frankfurter Projekte am Dienstag zufrieden kundgetan. Denn er setzte seine Unterschrift unter eine Verwaltungsvereinbarung, die die Finanzierung und Planung des Kaiserleikreisel regelt, und für Schneider gehört das zusammen.

Der Oberbürgermeister ließ sich damit sozusagen schriftlich geben, dass die Stadt keinen Heller zuzahlen muss. Zahlmeister sind Land und Bund, für die Alexander Pilz, regionaler Bevollmächtigter des hessischen Straßen- und Verkehrsmanagements, unterzeichnete. Er ist zwar für das Land Hessen tätig, steht aber auch dafür, dass das Geld des Bundes fließt. „Der Startschuss wird heute gegeben“, sagte der hessische Verkehrsstaatssekretär Steffen Saebisch, „die Zusagen liegen vor.“

Sonst wäre es nichts geworden mit dem Umbau zum leistungsfähigeren Kreisel. Denn die Stadt ist pleite. Man stelle sich vor, die Europäische Zentralbank und andere Frankfurter Vorhaben schwemmen immer mehr Autos in den alten Kreisel, und die stehen im Stau. Zurzeit fahren 65.000 Autos am Tag darüber; Prognosen gehen für 2020 von 79.000 aus.

Zentrale Bedeutung für Offenbach und Frankfurt

Die für 2014 anberaumten Bauarbeiten sollen den städtischen Verkehr vom überregionalen trennen. Der Kreisel wird vollständig zurückgebaut. Die Autos zwischen Frankfurt und Offenbach fahren dann auf einer etwa 150 Meter südlich entfernt liegenden Straße von der Strahlenberger Straße unter der A 661 durch auf die Berliner Straße. Wer auf die Autobahn will, muss über die separate Kreuzung. Das neue System soll 20 Prozent mehr Verkehr fassen können. „Der Kaiserlei kann so auch die neuen Verkehre, die mit der Einweihung des neuen Gebäudes der europäischen Zentralbank zu erwarten sind, aufnehmen“, sagte OB Schneider.

2000 war der Planfeststellungsbeschluss bereits dafür fertig. Da die Stadt das Projekt aber wegen Geldmangels nicht schultern konnte, lag es auf Eis. Erst als sie 2007 und 2009 Gutachten zur Bedeutung des Kreisels für die regionale Entwicklung auf den Tisch legte, kam Bewegung in die Sache: Soll die regionale Entwicklung mit EZB, Mainbrücke und Flughafen vorangehen, muss auch für eine moderne Straßenführung am Kaiserlei gesorgt werden. Das Land hat das erkannt. „Der Kaiserlei hat eine zentrale Bedeutung für Offenbach, den Osten Frankfurts und die Europäische Zentralbank“, sagte Saebisch.

Schneider erhofft sich durch den Umbau einen Entwicklungsschub für Offenbach. „In diesem und nächstem Jahrzehnt wird die Nachfrage nach Flächen steigen“, sagte er. Dass die Hyundai-Europazentrale am Kaiserlei erweitert werde, sei ein deutliches Zeichen dafür. Für das KWU-Gelände gebe es Interessenten. Auch die 16000 Quadratmeter im Kreisel seien Zuwachsfläche, die vermarktet werden könne. Die Bebauung der Hafenmole und des Luisenhofs seien daher strukturell wichtige Projekte für die Stadt, so Schneider. „Es tut sich was an allen Ecken und Enden“, sagte er.

Die Verwaltungsvereinbarung sieht auch vor, dass das Land der Stadt bei der Planung und Auftragsvergabe unter die Arme greift. Land, Bund und Stadt stimmen sich von Beginn an so ab, dass es nicht zu Verzögerungen kommt. Gleichzeitig sollen die Kosten durch punktgenaue Planung im Zaum gehalten werden. Noch in diesem Jahr möchte die Stadt die Planungsleistungen europaweit ausschreiben, teilte Hans-Joachim Bier-Kruse, stellvertretender Leiter des Amtes für Verkehrsplanung und Stadtgestaltung mit . Im November sollen sie vergeben werden.

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