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Güterbahnhof Umbau macht Flächen frei

Das Areal des Offenbacher Güterbahnhofs soll offenbar umgestaltet werden. Dafür spricht ein Antrag, den die Netzgesellschaft der Deutschen Bahn DB Netz Anfang Dezember 2010 beim Eisenbahn-Bundesamt (EBA) eingereicht hat.

12.01.2011 10:20
Dirk Rüsing
Blick von der Brücke Laska Straße auf den Güterbahnhof Foto: Michael Schick

Demnach wird der ersatzlose Rückbau von insgesamt 14 Gleisen samt Weichen angestrebt. Zudem sollen Ladestraßen, Rampen sowie eine Altölumfüllstelle in der Nähe der rückzubauenden Gleise abgerissen werden.

Wie EBA-Sprecher Moritz Huckebrink bestätigt, leitete das Bundesamt bereits ein Genehmigungsverfahren ein. „Wir haben den Antrag Ende Dezember veröffentlicht“, sagt er. Vor einer Entscheidung der Behörde haben andere Eisenbahnunternehmen bis etwa Ende Januar Zeit, zu den Plänen Stellung zu beziehen. „Unsere Aufgabe ist es zu prüfen, ob die betreffenden Gleise entbehrlich sind“, sagt Huckebrink. Er verweist dabei auf zahlreiche andere Bahnbetriebe, die die Infrastruktur der Deutschen Bahn nutzen. Die meisten Gleise, die entfernt werden sollen, sind laut EBA jedoch bereits stillgelegt.

Aus den Planskizzen, die das Bundesamt auf seiner Internetseite veröffentlicht, geht hervor, dass nach einem Rückbau von Gleisen und weiterer Infrastruktur eine größere Freifläche entstehen würde. Über deren künftige Nutzung gibt es keine Informationen.

Fest steht, das 89000 Quadratmeter große Areal des Güterbahnhofs gehört seit 2003 der Projektentwicklungsgesellschaft Aurelis Real Estate mit Sitz in Eschborn. Aurelis teilt auf FR-Anfrage mit, die Deutsche Bahn sei Mieter des Geländes. Mit ihr gebe es Gespräche über eine Verlagerung des Standorts. Parallel dazu sei Ende 2010 Kontakt mit der Stadt Offenbach aufgenommen worden, um über Perspektiven des Geländes zu sprechen.

Jürgen Amberger, Leiter der Offenbacher Wirtschaftsförderung, bestätigt, „es gibt immer wieder mal Gespräche mit Aurelis zum Thema Güterbahnhof“. Auch aktuell sei man in Kontakt. Inhaltlich will sich Amberger jedoch nicht zu den Beratungen äußern. Er betont lediglich, das Areal sei ein wichtiges Grundstück in wichtiger Lage. Hier betont er unter anderem die gute S-Bahn-Anbindung durch die Nähe zum Ostbahnhof. „Das Grundstück ist von städtebaulich großer Bedeutung“, sagt Amberger.

Wie Moritz Huckebrink vom Eisenbahn-Bundesamt mitteilt, gibt es für die beantragten Umbauten keinen Zeitplan. „Selbst wenn wir kurzfristig eine Genehmigung erteilen würden, hieße das nicht, dass die Arbeiten noch im laufenden Jahr beginnen werden.“

Ein kompletter Rückzug der Bahn vom Güterbahnhof steht allerdings nicht bevor. Die DB Netzgesellschaft beantragte neben diversen Rückbauten auch die Reaktivierung und Verlängerung eines bestimmten Gleises. In dessen Nähe soll gemäß dem Antrag eine neue Ladestraße mit einer Altöl-umfüllstelle errichtet werden. Von dort aus soll auch eine Anbindung ans öffentliche Straßennetz erfolgen.

Wie Bahnsprecher Hartmut Lange bestätigt, hat die Güterverkehrstochter DB Schenker Rail etwa 30 Mitarbeiter sowie zwei Lokomotiven am Standort Offenbach stationiert. Diese seien damit beschäftigt, Züge zusammenzustellen, deren Waggons in der Region beladen würden. „Das Personal und die Loks sollen in Offenbach bleiben“, sagte Lange.

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