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Ganztagsschulen Flächendeckend Angebote

Die Stadt Offenbach will den Ganztagsbetrieb in den Schulen ausbauen - bereits jetzt nutzt jeder zweite der 12.000 Schüler die Angebote. Bis 2017 sollen an allen Schulen die baulichen Voraussetzungen für einen Ganztagsbetrieb geschaffen sein.

24.08.2010 15:55
Jörg Muthorst
Der im Herbst 2009 eröffnete Neubau der Robert-Koch-Schule bietet auch eine Cafeteria. Foto: Andreas Arnold

Mit Beginn des neuen Schuljahrs gibt es an allen 24 allgemeinbildenden Schulen der Stadt Offenbach ganztägige Angebote. Und fast jeder zweite der rund 12.000 Schüler nutzt sie auch, freut sich Bildungsdezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP) über diese starke Nachfrage.

Zusammen mit zahlreichen Fördervereinen und freien Trägern ist Offenbach seit 1996 auf diesem Gebiet aktiv. Weiß erklärt das „überdurchschnittliche Engagement“ der Kommune mit der Zielsetzung, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern, aber auch, sich um diejenigen Kinder zu kümmern, „die zu Hause nicht so gut gefördert werden “. Bei einem Migrantenanteil in den Schulklassen bis zu 80 Prozent gehört dazu auch die sprachliche Förderung. Aus den Anfängen der noch von Eltern organisierten Mittagessen ist laut Weiß seit 2007 ein von der Ampel-Koalition aufgelegtes 250 Millionen Euro schweres Schulbausanierungsprogramm erwachsen. Bis 2017 sollen an allen Schulen die baulichen Voraussetzungen für einen Ganztagsbetrieb geschaffen sein.

Echte Ganztagsschulen sind selten

Die Angebote sind dabei sehr unterschiedlich. Echte Ganztagsschulen gibt es nur drei: Friedrich-Ebert-Schule (Grundschule), Fröbelschule (Förderschule) und Schillerschule (Gesamtschule) mit insgesamt 1260 Schülern. Ansonsten gehören zum Spektrum Betreuungsangebote vor und nach den Unterrichtszeiten, die an 14 Schulen als Einstieg in die echte Ganztagsarbeit praktizierte pädagogische Mittagsbetreuung an drei Tagen und die kooperative Ganztagsschule, die mit Hilfe etwa von Vereinen freiwillige Angebote bis 17 Uhr schafft.

Nach Einschätzung des Dezernenten wie auch von Stadtschulamtsleiter Thomas Löhr lässt sich der Bedarf mitunter schon durch die Einrichtung eines einzelnen Klassenzuges decken. Das Leibniz-Gymnasium etwa hat jetzt auf Initiative engagierter Lehrer eine solche Ganztagsklasse gestartet.

Erfolgreich haben Kommune, Eigenbetrieb Kindertagesstätten und Staatliches Schulamt einen Sonderweg beschritten: Alternativ zum Ganztagsschulprogramm des Landes werden seit 2006/2007 bei einzelnen Grundschul-Klassenzügen Hort und Schule zur sogenannten Ganztagsklasse verzahnt. Lehr- und Erziehungskräfte gestalten einen Schultag von 7.45 bis 17 Uhr gemeinsam. Diese Angebote gibt es an der Eichendorff, Goethe-, Mathilden, Uhland- und Buchhügel-Schule.

Außerdem arbeiten Stadtschulamt und Jugendamt an fünf weiterführenden Schulen beim Projekt „Offene Ganztagsbetreuung “ zusammen, um dort Schulabschlüsse zu sichern. Sozialpädagogen und Lehrkräfte kooperieren seit 2007 auch an der Mathilden- und Ernst- Reuter-Schule, um den Vor- und Nachmittagsunterricht zu vernetzen.

Stadtrat Weiß will den Ganztagsbetrieb weiter professionalisieren. Das Land Hessen hat für die Offenbacher Ganztagsarbeit sechs weitere Lehrerstellen genehmigt. Zurzeit sind 10,5 vorhanden. Darüber hinaus können die Schulen über einen Etat von 8,25 Stellen verfügen.

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