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Frauen in der Musik Die Musik nur als Zierde

Eine Ausstellung und ein Veranstaltungsreihe in der Volkshochschule nehmen die Rolle von Frauen in der Musikgeschichte in den Blick - und einige der herausragenden Persönlichkeiten.

Auch das Bild der Frau in der Musik ist Thema der Ausstellung in der Volkshochschule. Foto: Sammlung Sabine Giesbrecht, universität Osnabrück

Karin Dörr hat schon von Berufs wegen den Blick auf den Geschlechteraspekt gerichtet. Die Leiterin des Offenbacher Frauenbüros gehört zum Kooperationsverbund aus Volkshochschule Offenbach, Frauenbüro, hessischer Landeszentrale für politische Bildung und der Initiative Frauenenergie. Seit 1995 richtet dieser Verbund Veranstaltungsreihen aus, die alle den weiblichen Aspekt historischer oder aktueller Themen beleuchten.

Dem verleugneten Frauenanteil an der Musikgeschichte widmen die Veranstalterinnen im März die nächste Reihe aus Vorträgen und Ausstellung. Ein schwieriges Thema: Der Beruf der Komponistin, Dirigentin oder Musikverlegerin war den Frauen in der Geschichte ebenso verwehrt wie die meisten anderen Ausbildungsberufe auch. „Die Musik wird für ihn vielleicht Beruf, während sie für Dich stets nur Zierde, niemals Grundbaß Deines Seins und Tuns werden kann und soll“ – diese Aussage Abraham Mendelssohns, Vater von Felix und Fanny Mendelssohn, gegenüber seiner Tochter stellt dann auch Katrin Losleben vom Forschungsinstitut für Musiktheater der Universität Bayreuth ihrem Eröffnungsvortrag über Musikgeschichte und Geschlecht am Dienstag, 5. März, um 19 Uhr in der VHS voran.

Auch war es nicht vorrangiges Bestreben der Geschichtsschreiber, den weiblichen Anteil an der Musikhistorie zu vermerken. „Wir haben bei unseren Recherchen keine andere Ausstellung zu diesem Thema gefunden“, sagt Karin Dörr. Sie und ihre Mitstreiterinnen mussten also Basisarbeit leisten und eine eigene Offenbacher Ausstellung stemmen. „Mit unserem kleinen Etat können wir es uns nicht leisten, eine solche Reihe kuratieren zu lassen.“ Frauenbüro, Volkshochschule und Landeszentrale für politische Bildung steuern einen kleinen Beitrag aus ihrem ohnehin übersichtlichen Etat bei, Grete Steiner von der Initiative Frauenenergie hat sich bei der Sparkasse Offenbach erfolgreich um Förderung bemüht.

So konnten zum einen Referenten zum Thema gewonnen werden, zum anderen wurden die Veranstalterinnen in der Sammlung von Sabine Giesbrecht, Professorin an der Universität Osnabrück, fündig, die mehr als 13500 Postkarten über das politische, soziale und ästhetische Denken der Zeit zwischen der Jahrhundertwende und dem Zweiten Weltkrieg gesammelt hat. 30 von ihnen mit Musikbezug werden bei der Ausstellung in den Fluren der Volkshochschule gezeigt, ebenso Notensätze von Clara Schumann und Fanny Hensel-Mendelssohn aus dem Archiv Frau und Musik Frankfurt sowie Kurzporträts von Musikerinnen.

Zum Programm gehört auch der Vortrag „Frauen und Frauen-Darstellungen in Rock- und Popmusik“ von Florian Heesch von der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, am Dienstag, 12. März, um 19 Uhr,

Über die zeitgenössische Komponistin Annesley Black referiert Julia Cloot von der Frankfurter Hochschule für Musik und darstellende Kunst am Montag, 18. März, um 19 Uhr und spricht mit der Komponistin.

„Ich bin so unmusikalisch“ heißt der Abend mit Sabine Fischmann und Till Krabbe sowie Studierenden der Hochschule für Musik Frankfurt, der unterhaltsam aus dem Leben von angehenden Musiklehrerinnen berichtet. Die Vorträge sind in der VHS, Berliner Straße 77, und beginnen um 19 Uhr.

Die Ausstellung ist in der Volkshochschule, Berliner Straße 77, von Dienstag, 5., bis Freitag, 22. März, wochentags von 8 bis 21.30 Uhr zu sehen.

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