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Fluglärm-Demonstration Hunderte zeigen ihren Unmut

Fluglärm-Gegner ziehen durch Stadtteile. Von knapp 350 Demonstranten spricht die Polizei - sie alle sind wütend und wollen nicht wehrlos hinnehmen, dass Offenbach von einem Lärmteppich überzogen wird.

09.01.2012 22:36
Von Monica Bielesch
Übergroßes Ohr: Demo gegen Fluglärm in Rumpenheim. Foto: Rolf Oeser

Es ist ihr erstes Mal und stolz ist sie nicht darauf: Hanne Gronau wartet am Mausoleum im Rumpenheimer Schlossgarten, dass sich die vielen Menschen endlich in Bewegung setzen. „Es ist leider meine erste Demonstration“, sagt die Rentnerin aus Waldheim. Aber weil immer weitere Menschen in den Schlossgarten strömen, beginnt die erste Rumpenheimer Demo gegen Fluglärm etwas später. Am Ende zählen die Veranstalter um Stefan Adloff rund 400 Demonstranten. Die Polizei spricht von knapp 350.

Und sie alle sind wütend. So wie Hanne Gronau. „Ich bin Rentnerin und kann jetzt wegen der Flugzeuge nicht mehr in Ruhe meinen Garten pflegen“, erzählt sie. Ihre ganze Nachbarschaft sei gekommen. Rita Bohle-Heußler wohnt und arbeitet in Rumpenheim. Die Lehrerin berichtet: „Ich wache schon wie programmiert um 4.30 Uhr morgens auf, stecke mir Ohrstöpsel in die Ohren und versuche, wenigstens etwas weiterzuschlafen.“

Dass die vormals ruhigen Stadtteile von Offenbach nun auch von einem Lärmteppich überzogen werden, will an diesem Januarnachmittag hier niemand mehr wehrlos hinnehmen. Dann setzt sich der Demonstrationszug in Bewegung, begleitet von Trillerpfeifen und Trommelschlägen. Es geht über die Rohrstraße, Kurhessenstraße und Hauptstraße zum Bürgerplatz nach Bürgel. Nach einer kurzen Kundgebung dort macht sich der Zug auf den Rückweg.

Adloff, auch bekannt als einer der Gründer der Rumpenheimer Kulturinitiative (RUK), ist sichtlich überrascht über den großen Zuspruch. Gemeinsam mit Martin Britsch führt er den Zug an. Die beiden ziehen auf einem roten Rollbrett die Skulptur eines überdimensionalen Ohrs, bereits jetzt schon Symbol der Fluglärmgegner in den Stadtteilen. Denn, so Jutta Wagner von der Bürgerinitiative Flugverkehr: „Ganz Offenbach ist betroffen.“ Die Rumpenheimerin Wagner, die sich bereits seit zehn Jahren gegen den Fluglärm engagiert, ist nicht überrascht über die vielen Demonstrationsteilnehmer. „Die Menschen wollen ihren Unmut zeigen.“

Betroffen sind viele: Wie Holger Kollmus, der sogar mit seinem Sohn aus Solidarität aus Frankfurt-Oberrad gekommen ist. Oder die Bürglerin Silvia Henn samt Ehemann und Kleinkind im Kinderwagen. „Der Fluglärm hat eine Grenze erreicht, die für Menschen nicht mehr zumutbar ist“, sagt sie. Sie sei keine Flughafen-Gegnerin, so die junge Mutter, „aber der Lärm ist menschenverachtend“.

Die nächsten Termine für die Rumpenheimer Demos gegen Fluglärm: 12. Februar und 11. März, jeweils 15 Uhr am Mausoleum im Schlossgarten.

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