Lade Inhalte...

Ex-Rosenheim-Museum Villa Jäger wird verkauft

Wirtschaftsprüfer ziehen in das ehemalige Rosenheim-Museum. Linke und Piraten dagegen.

Die ehemalige Fabrikantenvilla geht in Privatbesitz. Foto: Rolf Oeser

Die Linken und die Piraten haben es nicht verhindern können. Die Villa Jäger, in der das Rosenheim-Museum untergebracht war, wird verkauft. Beide Fraktionen haben am Donnerstag im Parlament einen Antrag gestellt, um das Parlament vom Grundstücksverkauf abzubringen. Aber die Koalition hat für die Magistratsvorlage letztendlich die Mehrheit erzielt.

Wirtschaftlichkeit bezweifelt

Demnach veräußert die Stadt den Grund und Boden, auf dem die Villa steht, an die Steuerberatungs- und Wirtschaftssozietät Herbst-Reitbauer aus Frankfurt. Deren beide Offenbacher Inhaber möchten die Sozietät in die Heimat verlegen. Das Gebäude kauften die Geschäftsleute von Bernd Rosenheim, denn der hatte die Erbpachtrechte darauf. Die Stadt hatte dem Künstler 2004 die Villa in Erbpacht vergeben. Rosenheim hatte dort sein privates Museum eingerichtet, das er vor einem Jahr aufgeben musste, weil der Bernd-und-Gisela-Rosenheim-Stiftung dafür das Geld ausging.

Wie ein Eigentümer der Frankfurter Rundschau auf Nachfrage mitteilte, wurden sowohl für die 800 Quadratmeter Grund als auch für das Haus der marktübliche Preis gezahlt. Die Linke und die Piraten waren von einem niedrigeren Wert ausgegangen. Daher forderten sie, dass die Stadt ihr Vorkaufsrecht wahrnimmt, und die 1873 erbaute Fabrikantenvilla behält. Für Fiona Merfert von den Linken wäre die Einrichtung eines Studentenwohnheims denkbar gewesen. Sie und Gregory Engels von den Piraten zweifelten an der Wirtschaftlichkeit des Verkaufs, da die Stadt schon in den Anfangsjahren des Rosenheim-Museums viel Geld in das Haus investiert hatte. Dass Oberbürgermeister Horst Schneider den Stadtverordneten den Verkaufspreis nicht nennen konnte oder wollte, fanden beide skandalös. „Wie sollen wir die Wirtschaftlichkeit dann erkennen?“, fragte Horst Schultheiß (Die Linke).

Der Oberbürgermeister begründete den Verkauf mit der schlechten Finanzlage der Stadt. Zudem wolle er an dem Beschluss festhalten, Museen lediglich im Kulturkarree in der Innenstadt zu besitzen. Studenten in der Villa Jäger unterbringen zu wollen, nannte er „naiv“. Der Einzug der Kanzlei ist für Ende des Jahres geplant. 14 Personen werden dort tätig sein. Die Kanzlei sei gewerbesteuerpflichtig, versicherte der Eigentümer. Der Dreieichpark bleibt öffentlich.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen