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Einkaufsstraßen in Offenbach Stockender Verkehr in der Fußgängerzone

Trotz Reduzierung der Ausnahmegenehmigungen fahren immer noch sehr viele Autos durch die Offenbacher Einkaufsstraßen. Wie kann man das Problem lösen?

Fußgängerzone Offenbach
Werktags am Aliceplatz: Ein bisschen Platz ist für die Menschen auch noch. Foto: Monika Müller

Fußgängerzone – eigentlich ein recht eindeutiger Begriff. Wenn man davon absieht, dass meist auch Radler darin fahren dürfen. Und manche Autos. Zu viele Autos, wie einige finden, die in Offenbachs City arbeiten, leben oder dort einfach gerne einkaufen. Eine Stippvisite an einem beliebigen Werktag macht klar, woher der Auto-Groll kommt: Denn es drängeln sich nicht nur Kleinlaster, die Pakete oder Frischfleisch transportieren, durch die Fußgängerzone, sondern auch Taxis und Privatfahrzeuge: Der Herr etwa, der am Freitagvormittag routiniert sein Cabriolet an den Menschen in der Frankfurter Straße vorbeimanöviert.

„Hier ist ständig alles voller Autos“, beschwert sich die Inhaberin eines kleinen Ladens in der Großen Marktstraße. Ihrer Meinung nach gingen so der durch den Internethandel sowieso schon gebeutelten Offenbacher Innenstadt noch weitere Kunden verloren. „Ich würde mir wünschen, dass die Durchfahrt von Autos etwas geregelter wäre“, sagt auch die Geschäftsführerin der Steinmetz’schen Buchhandlung, Helma Fischer. Sie bekommt selbst zwar jeden Tag eine Warenlieferung – das jedoch schon früh am Morgen. „Wenn alle Lieferungen bis 10 Uhr gemacht würden, wäre das schön“, schlägt sie vor.

Doch das Thema ist komplex. Das Ordnungsamt will die Anzahl der Ausnahmegenehmigungen für das Durchfahren der Fußgängerzone und das Parken drumherum schon seit Jahren reduzieren. Eine Anwaltskanzlei hatte gegen die Verweigerung einer solchen Genehmigung aber geklagt – und Recht bekommen, weil es keine verbindlichen Richtlinien gab. Das hat die Stadt zwischenzeitlich nachgeholt. Seit Januar ist eine Richtlinie in Kraft.

„Viele Diskussionen“ habe es zu Beginn des Jahres deshalb gegeben, berichtet der Leiter des Ordnungsamts, Peter Weigand. Doch die Stadt greift nun durch: Während im Vorjahr noch 561 Ausnahmegenehmigungen für das Befahren der Fußgängerzone erteilt wurden, waren es bis Mitte November dieses Jahres erst 285. „Damit ist das bei der Verabschiedung der Richtlinie angestrebte Ziel auf Reduzierung der Genehmigungen auf die Hälfte nahezu erreicht worden“, konstatiert der Ordnungsamtsleiter.

Trotzdem – so finden einige – seien immer noch zu viele Autos unterwegs. Vielleicht, weil die Kontrollen nicht ausreichen? Die Schaffung neuer Stellen bei der Stadtpolizei (die FR berichtete) dürfte jedenfalls keine großen Auswirkungen auf die Anzahl der Autos in der Fußgängerzone haben: Denn zusätzliche Streifen gibt es künftig zwar an Sonn- und Feiertagen, abends und nachts – tagsüber bleibe aber alles beim Alten, bestätigt Weigand.

„Das Thema Citylogistik beschäftigt alle Städte“, sagt Birgitt Möbus von der Wirtschaftsförderung. Das Problem in Offenbach sei, dass es dort – anders als etwa an der Frankfurter Zeil – kaum Stichstraßen gebe, die für Anlieferungen genutzt werden können. Ob das derzeit beim Hamburger Planungsbüro „urbanista“ in der Entwicklung befindliche „Zukunftskonzept Innenstadt“ Lösungsansätze liefert? „Das ist momentan noch ziemlich offen“, sagt Möbus. So komme es auch darauf an, ob das Thema bei den im Januar beginnenden Planungswerkstätten für Interessierte überhaupt zur Sprache komme.

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