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Einkaufen in Offenbach Das Ende der City-Passage

Ein mehrgeschossiges Geschäftshaus mit großen Handelsflächen soll die heruntergekommene City-Passage in der Offenbacher Innenstadt ersetzen. Von Jörg Muthorst

20.11.2009 00:11
Jörg Muthorst
Kein Ort zum Wohlfühlen: die Offenbacher City-Passage. Foto: FR/

"Kunst verändert" steht auf der Schaufensterscheibe des leeren Ladengeschäftes in der City-Passage. Der Bund Offenbacher Künstler (BOK) hat sich hier für ein zeitlich begrenztes Ausstellungsprojekt vom 6. bis 23. Dezember eingemietet. Eine Interimsnutzung, denn das wabenförmige Karree mit offenem Innenhof wird seit Monaten schrittweise entmietet.

Der zweigeschossige Komplex mit Durchgängen zwischen Fußgängerzone und Stadthof soll komplett oder teilweise abgerissen und durch ein mehrgeschossiges Geschäftshaus ersetzt werden, das sich an der Höhe der Nachbarbebauung orientert.

Die Ladenzeile in der Frankfurter Straße 39-45 mit dem Kaffeeröster Tchibo und der Metzgerei Zeiss steht schon fast leer. Vor allem im hinteren Teil und im Obergeschoss sind viele Flächen verwaist. Etliche Geschäftsleute haben die Ende der 70er erbaute "Schwind-Passage" bereits verlassen. Andere halten die Kündigung zum Jahreswechsel in Händen. Benetton schließt - vorerst ersatzlos - nach mehr als 20 Jahren im Februar. Das Modehaus Schmiedel wechselt zum Januar in die Kaiserstraße 61 und das Sonnenstudio Sun Fun zieht im neuen Jahr in die Berliner Straße 175.

Andere Geschäftsleute wissen noch nicht, wie es weitergeht. Die Spielothek Fun Park mit ihren vier Spielhallen ist seit mehr als 30 Jahren Mieter und verweist auf ihren noch über mehrere Jahre abgeschlossenen Vertrag.

Nur wenige Geschäfte werden ihren alten Standort in der Fußgängerzone wieder einnehmen können, wenn der Neubau steht. Dazu zählen Tchibo und Zeiss. Die Metzgerei, dann jedoch ohne gemeinsamen Verkaufsraum mit der Wiener Feinbäckerei, rückt weiter nach Osten in die Nähe der Steinmetzschen Buchhandlung. Auch Abele-Optik wird nach den bisherigen Plänen, die die Eigentümer den Geschäftsleuten vorgestellt haben, bleiben. Dem Filialunternehmen wurde Hilfe angeboten, die rund einjährige Bauzeit in einem Ausweichquatier, notfalls in einem Container zu überbrücken.

Eigentümer schweigen

Obwohl sich längst viele Kunden fragen, was aus der City-Passage wird, halten sich die Eigentümer wie auch die neuen Investoren mit Auskünften bedeckt. Die Vermietungsphase sei noch nicht abgeschlossen. Während die Ladenbetreiber von Verkauf sprechen, verneinen die Alteigentümer einen Besitzerwechsel.

Das neue Geschäftskonzept sieht offenbar ein Kaufhaus mit größeren Einzelhandelsflächen vor. Als Ankermieter werden ein US-Bekleidungsunternehmen sowie C&A ins Gespräch gebracht. So zumindest zitieren die Geschäftsleute übereinstimmend ihren Vermieter. Das Düsseldorfer Bekleidungshaus C&A mag Pläne für einen Standortwechsel in Offenbach aber nicht bestätigen.

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