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Dr.-Marschner-Stiftung Ein Geld-Segen für Bedürftige

Die Stiftung eines M. Schneider-Erben finanziert soziale und kulturelle Projekte in Offenbach und Frankfurt. Mit 700.000 Euro im Jahr lässt sich eine Menge machen. Von Sigrid Aldehoff

Jürgen Marschner, Stifter der Dr.Marschner-Stiftung, war gemeinsam mit seiner Mutter Charlotte Hauptgesellschafter des Kaufhauses M. Schneider und ist 2004 im Alter von 65 Jahren verstorben. In seinem Testament hatte er die Gründung der Stiftung verfügt und festgelegt, dass das Geld in "mildtätige, kulturelle und wissenschaftliche Zwecke" ausschließlich in Frankfurt und Offenbach fließen soll. Ein Gremium aus zwei Vorstands- und drei Beiratsmitgliedern überwacht die Verwendung der rund 700.000 Euro, die das Stiftungskapital von 30 Millionen Euro jährlich abwirft. Auch die Behindertenanlage in der Senefelderstraße profitiert davon. Foto: Andreas Arnold

Lehrmaterial für hochbegabte Kinder, ein Mikrofilmlesegerät für das Haus der Stadtgeschichte, eine Spiellandschaft für die Fröbelschule, eine neue Vitrine für das Klingspor-Museum - viele Projekte in Offenbach wurden von der Dr. Marschner-Stiftung finanziert. Der Stifter, Jürgen Marschner war gemeinsam mit seiner Mutter Charlotte Hauptgesellschafter des Kaufhauses M. Schneider und ist 2004 im Alter von 65 Jahren verstorben.

In seinem Testament hatte er die Gründung der Stiftung verfügt und festgelegt, dass das Geld in "mildtätige, kulturelle und wissenschaftliche Zwecke" ausschließlich in Frankfurt und Offenbach fließen soll. Ein Gremium aus zwei Vorstands- und drei Beiratsmitgliedern überwacht die Verwendung der rund 700.000 Euro, die das Stiftungskapital von 30 Millionen Euro jährlich abwirft.

Während für die Frankfurter Projekte der Anwalt Peter Gatzemeier zuständig ist, ist in Offenbach der frühere Amtsgerichtspräsident Wolfgang Rawer Ansprechpartner für Menschen, die von der Stiftung Fördergelder für gemeinnützige Projekte haben möchten.

Über 20 Projekte jedes Jahr

"Ich habe lange in Offenbach gewohnt, kenne hier viele Leute, und kann so Erkundigungen über die Organisationen einholen, die von der Stiftung gefördert werden wollen," sagt Rawer. Für rund 20 bis 25 Projekte reicht das Geld jährlich.

Meist finanziert die Stiftung ein Projekt alleine. Es gibt aber auch Ausnahmen: So ist die Dr. Marschner-Stiftung in Offenbach am Deutschsommer beteiligt, einem Angebot an Grundschulkinder, während der Ferien ihre Deutschkenntnisse zu verbessern.

Vieles fällt Rawer ein, wofür die Stiftung Geld gegeben hat: Sie zahlt eine Professur an der Hochschule für Gestaltung und finanziert dort zwei Stipendien. An Offenbacher Schulen wird das Projekt "Lesetaskforce" der Frankfurter Uni unterstützt, bei dem Studenten mit Schülern das Lesen üben. Die Integrative Kindertagesstätte im Martin-Luther-Park bekam einen neuen Spielplatz. Weitere Projekte reichen vom Fahrzeug für die Behindertenhilfe bis zu Freizeiten für junge Mütter.

Der promovierte Volkswirtschaftler und Stifter Jürgen Marschner hat sich nie in die Öffentlichkeit gedrängt. Anita Ebeling, Geschäftsführerin von Kaufhaus M. Schneider in Offenbach, hat "lange und sehr gut mit ihm zusammengearbeitet." Am Standort Offenbach war der in Glashütten wohnende Haupteigner sehr interessiert.

Jetzt wird in Offenbach an den Mann erinnert, der sich hier posthum für jahrzehntelange Kundentreue bedankt. Im Zuge der Sanierung und Erweiterung des Deutschen Ledermuseums finanziert die Stiftung die Inneneinrichtung eines Saales zum Thema Leder- Industriegeschichte. Dafür wird der Raum nach Jürgen Marschner benannt. "Das hätte unseren Stifter sicher sehr erfreut," sagt Wolfgang Rawer.

Wer Fördergelder beantragen möchte, wendet sich an die Dr. Marschner Stiftung Berliner Straße 72, 60311 Frankfurt am Main Telefon 069/9133330,

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