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Demonstration Gegen alle Rechten

Antifa Kreis Offenbach (KO) und Autonome Antifa Frankfurt rufen für Samstag zu einer Demonstration gegen deutsche und türkische Fundamentalisten auf.

Die Antifa-Gruppen sind auch über den Zulauf beunruhigt, den der islamische Prediger Pierre Vogel im Oktober hatte.

"Gegen Nazis, Rechtspopulismus und Fundamentalismus – den antifaschistischen Widerstand organisieren – turn left!“ heißt das Motto der Demonstration, zu der Antifa Kreis Offenbach (KO) und Autonome Antifa Frankfurt für Samstag zu einer Demonstration in Offenbach aufrufen.

Dabei hat die Antifa nicht nur deutsche Neonazis im Blick, sondern auch rechtsradikale türkische Gruppen. Neben Naziaufklebern seien in Offenbach auch Symbole einer „nationalistischen und islamistischen Ideologie“ zu sehen, so wie drei Halbmonde und MHP, heißt es in dem Aufruf. MHP steht für die türkische „Partei der Nationalistischen Bewegung“, deren Mitglieder als Graue Wölfe bezeichnet werden.

Als „Sammelbecken von Anhängern“ der MHP bezeichnet der hessische Verfassungsschutz die ADÜTDF (Föderation der türkisch-demokratischen Idealistenvereine in Deutschland), die eine Gruppe in Offenbach hat. Deren Sprecher betont gegenüber der Frankfurter Rundschau: „Wir haben mit Faschismus und Nationalismus nichts zu tun.“ Im Gegenteil bemühe sich der Verein, Jugendliche zu integrieren.

Die Demonstration sei keine Reaktion auf einen konkreten Vorfall, sagen Yannick Lindner und Sebastian Brandt von der Antifa KO. Beunruhigt sind sie aber über den großen Zulauf, den der fundamentalistische islamische Prediger Pierre Vogel im Oktober auf dem Marktplatz hatte. Sie sehen dort nicht nur „kritikwürdige religiöse Ideologie“, sondern „eine politische Kundgebung“.

Laut Antifa befand sich unter den 400 meist jugendlichen Zuhörern auch eine Offenbacher Milli-Görüs-Gruppe. Davon weiß der Vize-Vorsitzende der Islamischen Gemeinde Mevlana Moschee, die dem Dachverband Milli Görüs angehört, nichts. Die Gemeinde sei eigenständig, habe mit Pierre Vogel nichts zu tun und lehne dessen Ansichten ab, sagt Ümer Akyüz: „Wir wollen Probleme in Offenbach lösen, nicht schaffen.“ Dazu gehöre, dass der Verein sich um junge Leute kümmere, um sie von der Straße zu holen, und eng mit den anderen Moscheen zusammenarbeite. Vogels Verein „Einladung zum Paradies“ hatte zur FR gesagt, dass keine Offenbacher Gruppe ihn eingeladen habe.

Auch habe die Gemeinde nichts damit zu tun, dass Vogel in der Mevlana-Moschee, wenige Schritte vom Marktplatz entfernt, gebetet habe, sagt Akyüz. Die Tür der Moschee stehe zwischen 6 und 22 Uhr offen. Ein Video auf dem Internetportal Youtube zeigt den betenden Prediger in der menschenleeren Moschee. Obwohl er es ärgerlich finde, dass seine Moschee von der Antifa in die Sache hineingezogen werde, unterstütze er die Idee, gegen Fundamentalismus zu demonstrieren, sagt Akyüz.

Den Aufruf an seine Mitglieder weiterleiten will auch Muhsin Senol, Spitzenkandidat der neuen Wählerinitiative Forum Neues Offenbach, in der Migranten organisiert sind. Dabei empfindet er die Antifa aber „als zu radikal in ihrer Darstellung“. Früher habe es in Offenbach starke Unterschiede, auch politische, zwischen türkischen Vereinen gegeben, sagt er. Inzwischen hätten die Gemeinden aber „keine politischen Ambitionen mehr“: Sie interessierten sich nicht mehr für Politik in der Türkei, sondern für Offenbach und arbeiteten eng zusammen.

Auch Luigi Masala, Integrationsbeauftragter der Stadt, sagt, es gebe in Offenbach zwar sehr konservative islamische Angebote und Gruppen: „Faschistisch-nationalistische Gruppierungen sind mir aber nicht bekannt.“

Über türkische faschistische Organisationen weiß auch Barbara Leissing vom Bündnis Courage nichts. Sie sei aber davon überzeugt, dass es in Offenbach „viele türkische Jugendliche gibt, die totalitäre und antidemokratische Gedanken und die Sehnsucht nach einer harten Hand haben“, sagt sie. Deshalb hofft sie, dass am Samstag „viele Offenbacher ihr Gesicht zeigen“.

Demonstration: Samstag, 22. Januar, 15 Uhr, Marktplatz Offenbach. Infos unter offenbach.blogsport.de

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