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Demo in Offenbach Gegen Nazis und graue Wölfe

Gegen Nazis, Rechtspopulismus und Fundamentalismus haben am Samstagmittag knapp 400 Menschen in der Offenbacher Innenstadt friedlich demonstriert.

Demo gegen deutsche und türkische Rechtsextremisten Foto: Andreas Arnold

Aufgerufen dazu hatten die Autonome Antifa Frankfurt und die Antifa Kreis Offenbach. „Reaktionäre Ideologien kippen – Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus konsequent bekämpfen! Für den Kommunismus!“ stand auf ihrem Banner.

Die zum größten Teil jungen Erwachsenen – viele in Schwarz und mit Kapuze im Gesicht, manche Sonnenbrille tragend – verteilten Flugblätter, in denen sie auf Nazi-Strukturen in der Stadt hinwiesen, aber auch auf Symbole der „Grauen Wölfe“ – türkische Nationalisten. Die drei Halbmonde und der Schriftzug „MHP“ seien häufig in Offenbach zu sehen.

Redner sprachen von der Gefahr, dass sich deutsche Neonazis und türkische Faschisten verbinden. Sie erinnerten zudem an die Kundgebung des islamischen Fundamentalisten Pierre Vogel, dem im Oktober auf dem Marktplatz 400 Jugendliche zugejubelt hätten. „Der Islamismus ist eine politisch rechtsradikale Bewegung – und als das sollte er auch kritisiert werden“, sagte eine Rednerin. Manche der in Schleifen durch die Stadt ziehenden Demonstranten skandierten auch „Nie, nie, nie – nie wieder Deutschland!“ und „Staat, Kapital, Nation: Scheiße!“.

Türkische Gruppen waren bei der Demonstration, zu der die Veranstalter auch auf Türkisch aufgerufen hatten, nicht zu sehen. Ihr Kommen angekündigt hatten etwa Mitglieder des Deutsch-Türkischen Freundschaftsvereins. „Wir stehen hinter der Antifa“, sagte deren Pressesprecher Ercan Akkus noch am Freitag. Der Verein protestiere gegen Neonazis ebenso wie gegen türkische Fundamentalisten. Der Deutsch-Türkische Freundschaftsverein gehört zum Dachverband ADÜTDF (Förderation der türkisch-demokratischen Idealistenvereine in Deutschland), den der hessische Verfassungsschutz als „Sammelbecken der Grauen Wölfe“ bezeichnet.

Die drei Halbmonde würden von Schülern in die Tische gekratzt oder als Graffiti gesprüht, manche trügen Ketten mit dem Symbol, berichtet die frühere Landesschulsprecherin Fiona Merfert, die sich mit der Linksjugend der Demo angeschlossen hat. Barbara Leissing vom Bündnis Courage geht von einer großen Grauzone aus. Die Stoßrichtung der Demonstration sei klasse. „Man darf die rechtsextremen Migranten nicht außen vorlassen.“ Sie habe gehofft, dass mehr Migranten mitdemonstrierten.

„Wir wussten davon nichts“, sagen Yilmaz Aksu und sein Cousin Mehmet, die an der Frankfurter Straße die Demo vorbeiziehen sehen. Sie finden es gut, dass Menschen auch gegen türkische Rechte auf die Straße gehen. Sie als Kurden stört es besonders, wenn sie die Symbole der „Wölfe“ sehen. Als Gruppe machten deren Anhänger auch in Offenbach manchmal andere „dumm an“.

Im hinteren Teil der Demonstration laufen Narges Yelaghi und ihr Mann Radin, die aus dem Iran stammen, mit. „Deutschland muss ein demokratisches Land bleiben. Die Nazis haben hier nichts zu suchen“, sagt sie.

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